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23. Oktober 2009

Jack Wolfskin – Uneinsichtige Einsicht

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/052044)

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Die Analogien von Jako und Jack Wolfskin ziehen sich weiter fort. Nachdem Jako mit vollkommen überzogenen Abmahnungen einen kleinen Blogger zum Schweigen bringen wollte, folgte nach entrüstetem Aufschrei der Blogosphäre eine offizielle Pressemitteilung. In dieser erklärte sich der Konzern dazu bereit, die finanziellen Forderungen zurückzunehmen, sah aber zum Empören der Webgemeinde von einer Entschuldigung ab – Unternehmens-Kommunikation at it's worst. Ähnlich liest sich die Pressemitteilung, die Jack Wolfskin heute in Bezugnahme auf die abgemahnten User des Dawanda-Netzwerkes veröffentlicht hat. Man scheint aus der Vergangenheit nicht schlau zu werden.

Zwar will der Outdoor-Hersteller von jedweden weiteren rechtlichen Schritten gegen die insgesamt zehn Dawanda-User absehen und verzichtet auch auf die finanziellen Forderungen, doch von Entschuldigungen liest man in dem Schreiben nichts. Der Konzern gibt zwar an, dass man aus der heftigen Reaktion des Netzes gelernt habe, stellt aber an keiner Stelle das eigene Handeln in Frage. Vielmehr heißt es in dem Schreiben:

Der Schutz unserer Marke hat für uns oberste Priorität. Wir sind immer bemüht, mit Augenmass und nur dort vorzugehen, wo wir unsere Schutzrechte wirklich gefährdet sehen. Die zum Teil heftige Kritik unserer Kunden in den aktuellen Fällen der DaWanda-Anbieter nehmen wir ernst und zum Anlass, unser Vorgehen kritisch zu hinterfragen. Dies bedeutet, dass wir mit dem Entfernen der betroffenen Produkte von der Internetplattform die Fälle als erledigt ansehen, keine weiteren rechtlichen Schritte verfolgen und den Anbietern die vor allem kritisierten Kosten erlassen.

Besonders der Werbeblogger, bei dem die ganze Diskussion um Wolfskins Abmahnungen ihren Ursprung fand, ist von der Antwort des Konzerns enttäuscht. Noch vor zwei Tagen hatte sich Manfred Hell von der Unternehmensleitung telefonisch mit dem Blogger in Verbindung gesetzt. Hell zeigte sich von dem Netzecho zwar wenig beeindruckt, vereinbarte aber dennoch einen Termin für ein persönliches Gespräch mit dem Blogger. Werbeblogger Ralf Schwartz nahm dankend an und den Konzernchef vor seinen Kommentatoren in Schutz. Um so enttäuschter schreibt dieser nun über die offizielle Reaktion Jack Wolfskins:

Allerdings beweist die unterkühlte Formulierung der Pressemitteilung ohne jeden zwischenmenschlichen Zungenschlag, keine Entschuldigung – selbst nachdem wir mit dem letzten Artikel unsere Hand reichten – deutlich, dass es dem Hause Wolfskin auf absehbare Zeit nicht gelingen wird, die vielen aufgebrachten Fans und irritierten Kunden, Franchise-Nehmer und Sponsoren wieder Vertrauen in die Marke schöpfen zu lassen.

Die Kommentare zum aktuellen Beitrag des Werbebloggers geben einen Eindruck davon, wie das Netz Jack Wolfskins "Fingespitzengefühl" in Sachen Kommunikation bewertet. Eine visualisierte Meinung ist inzwischen auf Flickr zu finden.

(Bild: Flickr)
(Bild: Flickr)

Jürgen Telkmann

Kommentare
Gravatar Dominik Ratzinger 25.10.2009
um 21:33 Uhr
Wolfskin hat die Abmahnunge zurückgenommen:
http://ratzingeronline.blog.de/2009/10/25/jack-wolfskin-macht-abmahnungen-unwirksam-7242600/
#zitieren
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