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4. September 2009

Jako gegen Blogger – Entschuldigung mit Hindernissen

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/051042)

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Der Sportartikelhesteller Jako hat nun in einer offiziellen Pressemitteilung auf den Trubel reagiert, den die Abmahnung des Bloggers Trainer Baade nach sich zog. Darin gibt Jako zu, überreagiert zu haben und verspricht, den Abgemahnten vor finanziellen Folgen zu bewahren. Die Blogosphäre hat ihr Ziel erreicht, doch Jakos Reaktion stößt bei vielen sauer auf.

"Wir haben uns rein rechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen", wird Jako-Chef Rudi Sprügel in der Pressemitteilung zitiert. Dies ist eine der Äußerungen, an denen sich die Blogger stoßen. Rein rechtlich gesehen hatte sich auch Gesundheitsministerin Ursula Schmidt nichts vorzuwerfen, als sie ihren Dienstwagen mit in den Urlaub nahm und damit überzogene Kosten für die Staatskasse verursachte. Dennoch rief der Fall in der Öffentlichkeit Empörung hervor. Entschuldigungen sehen anders aus! Dies Beispiel hat gezeigt, dass Recht und Ethik manchmal scharf voneinander getrennt sind. Die der Äußerung nachstehende Einsicht Sprügels, es wäre "viel besser gewesen, wir hätten mit Herrn Baade persönlich Kontakt aufgenommen und die Sache mit ihm direkt geklärt", kann in den Augen mancher Blogger diesen Faux Pas nicht ausbügeln.

In den Kommentaren des netzpolitik.org-Artikels zu dem Thema werden noch weitere Kritikpunkte an der Jako-Pressemeldung diskutiert. Diese zeuge nicht von echter Demut und der einzig vernünftige, darin enthaltene Satz sei die Erklärung: "Wir haben ganz offensichtlich überreagiert". Zudem fällt der im Text geführte Marketingjargon negativ auf. Ein Entschuldigungsschreiben lasse keinen Raum, seine Referenzen aufzuzählen und auf die Jahresbilanzen zu verweisen.

Letztendlich steht es jedoch eins zu null für Deutschlands Blogger. Für Trainer Baade werden "keine finanziellen Nachteile erwachsen", so Jakos Wortlaut. Goliath zeigt sich also verhandlungsbereit. Ob David sich dennoch für den Kampf entscheidet, wird sich zeigen.

Jürgen Telkmann

Kommentare
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Gravatar Christoph Salzig 04.09.2009
um 17:57 Uhr
Die "Entschuldigung" in Pressemitteilungsform, die ja eigentlich eher eine ungeeignete Rechtfertigung ist, zeugt in der Tat nicht davon, dass die Verantwortlichen wirkliche Lehren aus diesem Vorfall gezogen haben. Ein derart unentspannter Umgang mit Bloggern gepaart mit scheinbarem Großmut zeugt nicht davon, dass JAKO bereit ist, mit Kritikern (und damit letztlich mit potentiellen Kunden) auf Augenhöhe zu kommunizieren. Siehe auch http://trg.li/fc
Gleichzeitig belegt die Pressemitteilung das mangelnde Verständnis für die Funktionsweise der neuen Medienwirklichkeit noch einmal eindrucksvoll. Denn hier ist kein Anwalt in vorauseilendem Gehorsam vorausgeprescht, sondern wurde expressis verbis beauftragt, ohne dass den beteiligten klar war, was sie damit auslösen. Überdies hat sich nicht erst später herausgestellt, dass das nochmalige Auffinden des Blogposts nicht das Verschulden des Herrn Baade gewesen ist (Zitat der PM: "Erst hinterher stellte sich heraus, dass der tschechische Nachrichtenaggregator„Newstin“ den inzwischen von Baade gelöschten Text kopiert hatte und weiterhin verbreitete."). Das muss mir mal jemand erklären, wie sich das "erst hinterher" herausgestellt haben soll. Ehrliche Einsichten werden anders formuliert.
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