
17. März 2010
Kunst mit Hand, Herz, Mund und Füßen
Für viele sind behinderte Mitbürger trotz aller Intergrations- und Aufklärungsmaßnahmen immer noch Menschen zweiter Klasse. Man begegnet ihnen im Alltag eher selten und geht ihnen soweite es möglich ist aus dem Weg. Vielleicht ist es die aus Unwissenheit resultierende Angst, die viele davon abhält, sich mit Behinderten auseinanderszusetzen. Oder es sind Kommunikationsprobleme, die Menschen davor zurückschrecken lassen, einen normalen, ungezwungenen Umgang mit körperlich oder geistig Benachteiligten zu finden. Derzeit ist im WebDesignerDepot eine Sammlung von Werken zu sehen, die Anregung zur Rekapitulation gibt.
Zu sehen sind Werke körperlich und geistig behinderter Menschen, die in der Kunst einen Weg gefunden haben, sich ihrer Umwelt mitzuteilen. Die gezeigten Bilder und Skulpturen wurden von Autisten, Manisch-Depressiven, Querschnittsgelähmten, Sehbehinderten oder Amputierten angefertigt. Manche schwingen den Pinsel mit ihrem Mund oder den Füßen, selbst die Blinden wissen sich zu helfen: Beispielsweise Lisa Fittipaldis Gemälde wirken umso erstaunlicher, nachdem man erfahren hat, dass die Künstlerin das Malen trotz Verlust des Augenlichts nicht aufgegeben hat. Insgesamt 20 Künstler und ihre Werke stellt das WebDesignerDepot samt Kurzbiografie vor.
Die meisten der Kunstwerke sind an sich schon beeindruckend. Die jeweilige Behinderung des Künstlers ist eine Zusatzinformation, die weniger etwas über das kreative Produkt als vielmehr über uns selbst aussagt. Diese Menschen können trotz aller Benachteiligungen, die sie im Alltag erfahren, den meisten "normalen" Menschen durchaus das Wasser reichen. Man muss ihnen nur die richtigen Mittel geben, sich auszudrücken und uns bemerkbar zu machen.
Jürgen Telkmann
































