5. Februar 2010
Microsoft und die Innovation
Der ehemalige Vizepräsident von Microsoft, Dirk Brass, äußerte sich in einem Interview für die New York Times über seinen ehemaligen Arbeitgeber Microsoft. Er drückte dabei seine Unzufriedenheit bezüglich der Innovationsfähigkeit des Unternehmens aus. "Unlike other companies, Microsoft never developed a true system for innovation. Some of my former colleagues argue that it actually developed a system to thwart innovation. "
Dirk Brass gibt an, dass Microsoft immerhin eines der größten und besten Firmenlaboratorien unterhalten würde und sich den Luxus dreier CTOs leisten könnte. Dennoch würde das Unternehmen seine visionären Vordenker frustrieren. In der ausufernden Rivalität zwischen einzelnen Abteilungen, die bei Microsoft vorherrschen soll, sieht er einen der Gründe für mangelnde Innovation: "The problem comes when the competition becomes uncontrolled and destructive. At Microsoft, it has created a dysfunctional corporate culture in which the big established groups are allowed to prey upon emerging teams, belittle their efforts, compete unfairly against them for resources, and over time hector them out of existence."
Mit ClearType wurde zum Beispiel ein Verfahren entwickelt, dass die Textwidergabe auf dem Bildschirm zur Nutzung von E-Books optimieren konnte. Der Erfolg hätte aber laut Brass zu Eifersüchteleien geführt: "But it also annoyed other Microsoft groups that felt threatened by our success."
So sei dann versucht worden, das Projekt zu sabotieren: "Engineers in the Windows group falsely claimed it made the display go haywire when certain colors were used." Eine andere Abteilung soll wiederum versucht haben das Projekt zu schlucken. "The vice president for pocket devices was blunter: he’d support ClearType and use it, but only if I transferred the program and the programmers to his control." Auch die Entwicklung eines Tablet PCs 2001 soll intern behindert worden sein.
Dirk Brass glaubt auch, dass die Tradition des Unternehmens, stärker auf Software- anstatt Hardwareentwicklung zu setzen, ein Problem sei. "This made economic sense when the company was founded in 1975, but now makes it far more difficult to create tightly integrated, beautifully designed products like an iPhone or TiVo." Daher schaut Brass auch eher pessimistisch in die Zukunft des Unternehmens: "it’s an open question whether it has much of a future."
Lukasz Konieczny
































