28. Oktober 2009
Mobiles Internet: Nadelöhr Netzinfrastruktur
Das mobile Internet boomt. Bis 2012 könnte der Datenverkehr auf das 25-Fache steigen, erwarten zumindest die Analysten von Informa. Worüber sich Netzbetreiber eigentlich freuen müssten, könnte sich jedoch zu einem Problem entwickeln. Experten warnen bereits vor einem bevorstehenden Datenstau, denn die Umsätze durch das mobile Internet würden sich im selben Zeitraum lediglich verdoppeln, berichtet pte. "Die Umsätze durch Daten steigen viel langsamer als der Datenverkehr", so Dimitriy Mavrakis, Analyst bei Informa. Den Betreiber fehle damit das nötige Kapital um notwendige Verbesserungen des Netzes durchzuführen.
Erschwerend komme hinzu, dass die neue Hardware zum Ausbau der Infrastruktur erst ab 2010 verfügbar sein werde, so Mavrakis. Das aktuelle Netz sei einfach nicht für mittlerweile übliche Smartphone-Flatrates gebaut, ergänzt Graham Carey, Sprecher für Netz-Optimierung der Firma Bytemobile. "Das Funknetz wurde für kurze Telefongespräche konstruiert", so Carey. Durch die weit verbreiteten Flatrates sei es schwierig entsprechende Umsatzsteigerungen zu realisieren, denn die Nutzer könnten kaum davon überzeugt werden, sparsam mit dem verfügbaren Datenvolumen umzugehen.
Viele Anbieter versuchten inzwischen den Datenverkehr durch die Komprimierung der Daten zu verringern. Vor allem die Anpassung von Websites auf die Anzeigemöglichkeiten auf Smartphones sei vielversprechend. Das Problem würde jedoch noch durch andere Faktoren verschlimmert. So trete erhöhter Datenverkehr nicht zufällig und gleichmäßig verteilt auf. Mobiles Internet würde mittlerweile hauptsächlich in Gebäuden genutzt, Konferenzräume und Messezentren stechen besonders heraus.
Felix Schrader
































