21. Juli 2009
Nach Vodafone-Kampagne: Schnutinger schmeißt hin
Man wollte einiges anders machen, der neu definierten Zielgruppe "Generation Upload" gerecht werden. Doch so wie sich das die Werber bei Scholz & Friends gedachten haben, lief die Vodafone-Kampagne nicht an. Zu unprofessionell wirkte die ins Netz übertragene Pressekonferenz und auf die Verpflichtung bekannter Blogger wie Sascha Lobo, Robert Basic und Schnutinger reagierte die Blogosphäre alles andere als amused. Ein PR-Gau für den Telekommunikationsanbieter, der außer Kontrolle gerät. Ute Hammelmann alias Schnutinger ist die Diskussionen nun leid und schmeißt hin, hört auf zu bloggen, will kein Web 2.0 mehr machen.
Grund sind kritische Kommentare und persönliche Anfeindungen u.a. zu einem von Hammelmann verfassten Beitrag für den Vodafone-Blog. Darin beschreibt sie ihren Umgang mit sozialen Netzwerken und erwähnt am Ende lobend ihr neues HTC Magic : "Tolles Ding, mit wenig Knöpfen dran, das ist äußerst praktisch. [...] Mit dem neuen Handy geht das alles zum Glück leichter, ich erwische immer das richtige Knöpfchen und ich kann die Fotos sogar direkt auf die Plattform Flickr ins Internet hochladen und in mein Blog stellen."
Erster Kommentar auf den Beitrag, dem viele weitere negative folgen: "Was ist denn das für ein Bullshit? Wollt ihr uns verarschen?". Wirres-Blogger Felix Schwenzel merkt an, dass Schnutinger seit dem 13. Mai kein Foto auf ihren Blog und seit dem 9. Juni nicht mehr bei flickr hochgeladen hat und bezeichnet den Beitrag daher als "PR-Bullshit".
Hamelmann empfindet die Reaktionen als extrem "krude". In einem Beitrag, den sie aus ihrem Blog wieder entfernt hat, hat sie noch versucht, sich kritisch mit der Vodafone-Kamapgne auseinanderzusetzen und sich für ihren Auftritt in dem Vodafone-Spot gerechtfertigt. "Wenn ich mir auf die Werbekampagne wenigstens was einbilden täte, mich besser fühlte, tue ich nicht mal (was zugegebenermaßen vor zehn Jahren sicherlich noch anders gewesen wäre), sondern ich habe das wirklich aus Überzeugung gemacht, den Leuten das Web 2.0 als Alternativangebot zu den etablierten Medien näher zu bringen. Die allerdings sehen sich in ihrer Einschätzung der wilden, unbezähmbaren Bloggerhorde und des Kommentarpöbels noch bestätigt. Schade."
Am Ende aber zieht sie ihre Konsequenzen: "Die Werbung ist das eine, aber wenn mir persönlich nicht mehr geglaubt wird, dann geht nichts mehr, dann bleibt nur eins: Der Rückzug."
Felix Schrader
Hätte die Dame wohl jemandem überlassen sollen, der sich damit auskennt. Das Web 2.0 tickt halt etwas anders:-) #zitieren

































