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15. Januar 2009

Neu und überflüssig: Flash-Karte mit Verschlüsselung

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/kolumnen/046869)

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SanDisk und LG Electronics haben die Welt um eine weitere Erfindung aus der Kategorie "Dinge, die niemand braucht" bereichert: Flash-Karten für Mobiltelefone mit Verschlüsselung.

SanDisk und LG Electronics haben ein System präsentiert, mit dem Mobilfunk-Anbieter den Inhalt von Flash-Speicherkarten vor unerlaubter Verwendung schützen können. Der Zugriff auf Content ist nämlich nur mit Authentifizierung durch Daten auf der SIM-Karte möglich. Das System "stellt sicher, dass der auf den Karten vorgeladene Content nur in genehmigten Handys genutzt werden kann", so SanDisk. Das verspricht den Netzbetreiber die Kontrolle über verteilte Inhalte und soll so eine neue Ära für mobile Services und Inhalte-Bereitstellung einläuten. (aus der Pressemitteilung)

Mit anderen Worten: Die Daten auf der Karte lassen sich nur in genau einem Handy lesen. Wenn das kaputt ist: Pech gehabt. Die in jedes Gerät passende Karte lässt sich in keinem anderen lesen. Und was ist, wenn das Gerät veraltet ist und ausgetauscht wird? Vermutlich gibt es dann die Möglichkeit, die Karte gegen eine im neuen Gerät lesbare zu tauschen. Sofern man beim gleichen Anbieter bleibt. Was das dann kostet, möchte ich gar nicht wissen.

Mit diesem System können Betreiber beispielsweise Multimedia-lastige Services frei auf Speicherkarten verteilen und dennoch die Kontrolle über der Nutzung behalten, so SanDisk. "Mit dieser fortschrittlichen Technologie werden Gerätehersteller und Netzwerkbetreiber den steigenden Kunden-Ansprüchen nach einfachem Zugang zu Premium-Inhalten auf Mobilgeräten gerecht werden können", meint Amir Lehr, SanDisk Senior Director of Business Development. Das System solle die Content-Nutzung auf flexible Art fördern. (aus der Pressemitteilung)

Mal langsam zum Mitdenken: Ich bin unterwegs, habe nur mein Handy dabei und habe Lust, mir z.B. einen Spielfilm anzusehen. Statt den nun einfach aus dem Netz zu laden, gehe ich los, suche ein Geschäft, das so etwas anbietet, und kaufe mir eine Speicherkarte. Wo bleibt da der Vorteil der Mobilität? Dann kann ich auch auf dem Weg nach Hause in der Videothek vorbeisehen und mir eine DVD ausleihen. Oder zu Hause den Film aus dem Netz laden.

Für was sollen diese Karten überhaupt gut sein? Die Wahrscheinlichkeit dafür, das sich jemand eine Videosammlung auf nur in einem bestimmten Handy abspielbaren Flash-Karten zulegt, dürfte ziemlich dicht bei "0" liegen. Filme sieht man sich im allgemeinen sowieso auf etwas größeren Bildschirmen an. Texte lassen sich auf dem Handy vielleicht noch leidlich gut lesen. Aber Digitale Bücher, auf an ein bestimmtes Handy gebundene Flash-Karten gespeichert? Klingt auch nicht gerade nach einem tollen Angebot. Also mir fällt spontan nichts ein, was so einen Aufwand bzw. die Unannehmlichkeiten des DRM rechtfertigen würde.

Und mal ganz davon abgesehen, das inzwischen sogar die Musikindustrie eingesehen hat, das niemand DRM will, wie es ja auch in der Pressemitteilung festgestellt wird: Bisher wurde noch jedes DRM-System früher oder später entweder gebrochen oder unterlaufen. Warum sollte das gerade bei diesem nicht passieren? Ich kenne die Details nicht, aber mir fallen sofort ein paar mögliche Ansatzpunkte ein, um das System anzugreifen.

Ach ja: Wenn man etwas verschlüsselt, sollte man das Passwort nicht auf das Gerät schreiben. Ob es dann so klug ist, es mit ins Gerät zu packen?

Carsten Eilers

Reimar Winkler

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