10. März 2010
Neuer Browser für den Kindle
Amazon beabsichtigt einen neuen Browser für den Kindle herauszubringen, wie Webmonkey berichtet. Damit möchte Amazon die Internet-Fähigkeiten des E-Book-Readers aufwerten. Das Surfen mit dem Kindle ist bislang nicht gerade ein Multimedia-Abenteuer. Man kann damit zwar E-Mails checken, einen Twitter-Eintrag posten oder Wikipedia-Artikel lesen. Aber mit Bildern oder Applikationen kommt der Kindle-Browser nicht so gut zurecht. "Browsing the web on one of Amazon’s Kindle e-readers is like taking a step backwards in time", beschreibt es Webmonkey treffend.
Anhand einer Stellenausschreibung der Amazon-Tochter Lab126 fand Webmonkey heraus, dass ein Browser-Ingenieur gesucht wird, der an einem "innovative embedded web browser" arbeiten soll. Der Posten verlangt von dem Kandidaten umfangreiche Kenntnisse von Web-Standards sowie Java und Linux, mit dem der E-Book-Reader betrieben wird. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Hauptfunktion des Kindle das Lesen von E-Books bleibt. Die E-Ink-Technologie des Displays ist dafür bestens geeignet, bietet es doch ein scharfes Bild, das nicht spiegelt und einen sehr niedrigen Stromverbrauch. Leider wird der Bildschirm nur langsam aufgebaut und ist schwarz-weiß.
Verglichen mit dem iPad wirkt der Kindle nahezu antiquiert, weshalb schon das drohende Ende des E-Book-Readers verkündet wurde. Trotzdem will Amazon das Gerät nicht abschreiben. Mittlerweile gibt es sogar ein Developer Kit und einen App-Store für den Kindle. Mit Apple erhält Amazon aber einen starken Konkurrenten im Kampf um den E-Book-Markt. Es stellt sich auch die Frage, inwiefern Amazon den Verkauf des Kindle kannibalisieren wird, dadurch dass es E-Books für das iPhone und in Zukunft vielleicht für das iPad verkauft.
Peter Kafka von All Things Digital merkt an, dass Amazon zunächst mit AT&T neue Vereinbarungen über Datentarife treffen müsste, würde es einen neuen Browser anbieten. Das Herunterladen von E-Books wurde dem Nutzer bislang aufgrund des geringen Datenvolumens kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Zeitungsverlage sieht er eine Möglichkeit, neue Angebote, die in Echtzeit aktualisiert werden, für den Kindle anzubieten.
Lukasz Konieczny

























