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21. Januar 2010

New York City Opera – Die Tücken des Logodesign

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/053481)

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Derzeit hört man von der New York City Opera ganz unübliche Töne. Im Medienecho geht es zur Abwechslung mal nicht um die Umsetzung von Mozarts "Don Giovanni" oder anderweitige Bühnenkritiken – die Gemüter scheiden sich am neuen Logo der kulturellen Stätte. Dennoch wird die Debatte so hitzig und emotional geführt, dass sie bald schon bühnenreif wäre.

The dot triggers a philosophical discussion. City Opera is a bare-bones operation that produces spare versions of a luxury product. In theory, that could make it the ideal cultural entity for this lean age: What better way to forget about your troubles than to watch people sing about worse ones? "Luxury needs to engage ideas," Sellers of 2x4 says. "Opera deals with darkness and schizophrenia, and in a time when we've been so deluded, that directness is reassuring." She stops talking. The black dot sits ominously on the table, and for a moment no one speaks. Finally, Steel smiles, and the room relaxes. "I love the graphic strength," he says. "I love it. We have a swell season, and we want it to be, Bam! Bam! This is what we're doing: You got a problem with that?"--New York Magazine, March 2009

Diese Zitat hat die verantwortliche Design-Agentur 2x4 der Beschreibung des Logos beigefügt. Dennoch verstehen viele Menschen diese "directness" nicht und haben tatsächlich ein Problem damit. Zu sehen sei lediglich ein weißer Punkt auf schwarzem Grund – Was hat das mit einer Oper zu tun?

Das Designer's Lab hat zu einer Umfrage aufgerufen, in der man seine Meinung kundtun kann. Auch dort zeichnet sich in den Kommentaren die Ambivalenz des Redesigns bereits ab. Professionelle Designer mögen das neue Logo zwar als "mutig" empfinden und diesen Wagemut mit einem Lob küren, doch was ist mit jener Zielgruppe, auf welche es die Oper abgesehen hat: die ganz normalen Theatergänger? Bei all den Diskussionen um den weißen Punkt schwingen grundlegende Fragen des Logodesigns mit, welche nur selten dermaßen breit in einer Öffentlichkeit diskutiert werden. Nämlich jene nach den Aufgaben, welche die Corporate Identity zu erfüllen hat und welche Spielräume ihr dabei gelassen werden dürfen.

Vorher
Vorher

Nachher (Aufmacher und Bild: 2x4)
Nachher (Aufmacher und Bild: 2x4)

Das neue Logo in Aktion. (Bild: 2x4)
Das neue Logo in Aktion. (Bild: 2x4)

Jürgen Telkmann

Kommentare
Gravatar Bastian 21.01.2010
um 13:10 Uhr
Ob jetzt jeder Amerikaner in Zukunft immer an die New York City Opera denken wird, wenn man nachts den Mond sieht, oder sich einen Whopper bei Burgerking rauslässt...
Da waren ganz bestimmt ein paar Mushrooms im Spiel ;)
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Top Kommentar der Woche
Gravatar Tobias Hanika 22.01.2010
um 14:22 Uhr
Hmmm, man kann zu dem Design selbst sicher verschiedenster Meinungen sein. Eins haben die Macher der Agentur auf jeden Fall erreicht - Aufmerksamkeit! Mir persönlich ist das Gesamtkonzept nicht stimmig genug. Gerade bei so einem einfach gehaltenen Logo sollte es keine "negativ" Variante geben, also schwarzer Punkt auf weißem Hintergrund. Hier verliert sich für den Betrachter der Prospekte dann der rote Faden der Corporate Identity. #zitieren
Gravatar thomas 25.01.2010
um 14:30 Uhr
nun ja, reduced to the maximum wurde hier wohl sprichwörtlich genommen.. allerdings andere farben würden hier noch weniger funktionieren ( z.b. roter punkt auf weissem grund würde vermutliche noch andere gedanken hervor rufen als die an eine oper ;-) )
um aber die open mind gesellschaft zufrieden zu stimmen... irgend jemanden muss es ja zugesagt haben und die story die damit verbunden ist so fantastisch gewesen sein, das es so umgesetzt wurde!

respekt vor der person die es präsentiert hat !
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