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27. Januar 2010

Paid-Content vs. Free Content

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/053588)

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Nachdem das Wall Street Journal, die Financial Times und die New York Times für die Einführung einer Bezahlschranke für ihren Content plädieren, kommt vom Guardian-Chef Alan Rusbridger nun eine Gegenstimme. Wie Newsroom berichtet, fordert Rusbridger freie Web-Inhalte und fürchtet, dass die Branche ins Abseits geraten könnte, wenn sie komplett auf Paid-Content setzen würde.

Der Medien-Mogul Rupert Murdoch hatte jüngst eine Kampagne angestoßen, den Online-Content der großen Verlagshäuser in Zukunft nur noch gegen Bezahlung verfügbar zu machen. Die Bezahlschranke solle die nicht rentable Werbefinanzierung von Onlinebeiträgen ersetzen. Guten Journalismus zu gewährleisten koste eben Geld. Dieses Geld soll in Zukunft durch Gebühren erbracht werden.

In Deutschland ist der Axel-Springer-Verlag der Vorreiter in Sachen Paid-Content. Das Hamburger Abendblatt wurde hierzulande zur ersten Zeitung auserkoren, die eine Bezahlschranke einführte. Diese lässt sich zwar leicht umgehen, dennoch zeigt die Maßnahme aus dem Hause Springer eine mögliche Zukunft des Online-Journalismus.

Alan Rusbridger lehnt Paid-Content nicht grundsätzlich ab, bei bestimmten Inhalten hält er derartige Maßnahmen sogar für legitim. Er ist aber dagegen, dass alle Zeitungen geschlossen eine Bezahlschranke einführen. Er fürchtet, dass sich dadurch der freie Journalismus vom Internet auf Dauer abkapseln könnte und die Reichweite der Zeitungen verloren gehen würde. In erster Linie geht es ihm darum, dass Journalisten viele Leser mit wertvollen Nachrichten erreichen können. Die Sorge wird durch eine Umfrage von Forrester Research gestützt. Wie Bnet berichtete, würden der Studie nach über 80 Prozent der Leser die gebührenpflichtigen Online-Angebote nicht mehr nutzen wollen.

Rusbridgers gibt an, dass der Guardian auch im Krisenjahr 2009 über 37 Millionen Menschen online erreichen konnte und dabei 25 Millionen Pfund mit Werbung einnahm. Der Guardian hätte seiner Meinung nach durch Paid-Content nicht mehr verdienen können. Rusbridger stützt sich auf Schätzungen, nach denen der Online-Werbemarkt in den nächsten Jahren noch stark wachsen wird. Eine Patentlösung, wie man mit Journalismus in Zukunft auch online Geld verdienen kann, hat auch Rusbridger noch nicht gefunden. Seine vollständige Rede wurde online im Guardian veröffentlicht.

Lukasz Konieczny

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