
25. Februar 2010
Recognizr – Der neue Trend für Augmented Reality
Der nächste große Wurf aus der Augmented Reality Ecke könnte die Nutzung von Techniken sein, die Gesichtserkennung ermöglichen. Man richtet die Kamera seines Smartphones auf einen Menschen, die Software identifiziert das Objekt und zeigt detaillierte Informationen zur Person an – beispielsweise via sozialer Netzwerke, wie Xing, Facebook oder LinkedIn. Schon in weniger als zwei Monaten könnte eine derartige App für Android Phones verfügbar sein. Wie ReadWriteWeb berichtet, hat The Astonishing Tribe (TAT) bereits einen Prototyp entwickelt, der den Namen Recognizr trägt.
Für die Gesichtserkennung gibt es drei mögliche Techniken. Traditionell erkennt die Software ein Gesicht, durch den Abgleich diverser, einzelner Markierungen, wie Position von Mund, Nase, Ohren usw. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Analyse der Hautstruktur eines Menschen – alle Besonderheiten der Haut werden in der Datenbank gesichert und dann mit der Haut der erfassten Person abgeglichen. TAT nutz eine dritte Methode, die auf 3D-Modelle zum Abgleich zwischen Mensch und App-Datenbank zurückgreift.
Die App wird allerdings noch gewissen Beschränkungen unterliegen. Sie ist zunächst nur für Android Smartphones erhältlich und kann lediglich eine limitierte Anzahl von Personen erfassen. Um von der App erkannt werden zu können, greift sie auf Profile zurück, die User selbst eingepflegt haben – User können Social Media Accounts mit den 3D-Gesichtsdaten verbinden. Es wird demnach nicht möglich sein, jeden x-beliebigen Passanten auf der Straße zu identifizieren, sondern nur den vermutlich eher kleinen Personenkreis der Android- und App-Verwender. Von einer starken Community könnte die App dann allerdings profitieren und ein Killer werden.
Unmöglich scheint in Zukunft dennoch keine App, die das Netz durchsucht, um passende Bilder und sonstige Informationen über einen Menschen zu sammeln und anzuzeigen. Werden diese Möglichkeiten erst einmal gegeben sein, wird die App vermutlich einige Diskussionen entfachen, da sie datenschutzrechtlich nicht ganz unproblematisch wäre. Derzeit suchen die Macher allerdings noch einen Partner, mit dem sie die App marktreif machen können. Man schätzt, dass es in ein bis maximal zwei Monaten soweit ist.
Jürgen Telkmann
Es ist an der Zeit solche Anwendungen gleich zu beginn auf den Datenschutzprüfstand zu legen, um späteres Unheil, Heulen und Zähneklappern zu verhindern.
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