1. September 2010
Samsung – Apps für die Couch Potatoes
Apple hat es vorgemacht: Produkte wie iPhone, iPod und iPad sind wahre Verkaufsschlager, deren Erfolg nicht zuletzt im App Store begründet ist. So gesehen ist es nachvollziehbar, dass Samsung dieses Erfolgskonzept auch auf den Fernseher bringen will. Während die Verkaufszahlen und die verfügtbaren Apps allerdings noch überschaubar sind, kann man sich brüsten, der erste TV-Hersteller mit eigenem App Store zu sein. Derzeit beschäftigt sich VentureBeat eingehend mit dem fall Samsung und der Frage, ob Apps für die Mattscheibe eine Zukunft haben.
Nunmehr seit drei Jahren sind internetfähige TV-Geräte von Samsung, sogenannte smart TVs, auf dem Markt, und im Januar diesen Jahres kündigte man erstmals einen App Store für diese Geräte an. Darin sollen nicht ausschließlich TV-Apps erhältlich sein, sondern auch jene für Smartphones und andere Devices. Insgesamt 17 Prozent der in diesem Jahr verkauften smart TVs sind mit dem Store verbunden – bis 2014 sollen es 70 Prozent sein. Um dieses Konzept weiter voranzutreiben, hat man nun 70 Million Dollar für die Vermarktung der smart TVs bereitgestellt. Ein Samsung Sprecher erklärt:
We are determined to accelerate smart TV adoption in 2010 [...] People want choice and control. With our apps, we can change how they choose, discover, and access content on the TV.
Neben dem fetten Marketing-Etat hat man sich zudem etwas für die Entwickler einfallen lassen, welche bekannlich das Rückgrat eines jeden, erfolgreichen App Stores sind: Mit 500.000 Dollar will man jenes Entwickler-Team honorieren, das die beste App für smart TVs zum Store beigetragen hat. Ein Schritt, der nötig scheint, denn die Zahl der vorhandenen Apps ist mäßig: In fünf Monaten konnte man diese zwar verdoppeln, erwartet bis Ende des Jahres allerdings ein eher bescheidenes Gesamtangebot von etwa 200 Apps.
Da hilft es wenig, sich damit brüsten zu können, der erste Anbieter auf dem Markt der TV-Apps zu sein – sei es auch mit attraktiven Konditionen für Developer. Diesen hat man ein SDK bereitgestellt und die Freiheit, den Preis einer App selbst zu bestimmen. Und auch die Vision, neben Smartphones und eventuell Tablets auch Fernsehgeräte beliefern zu können, klingt das Angebot abermals verlockend. Wenn lediglich die Nutzer das auch verstehen würden. Nur 50 Prozent der Käufer entsprechender Fernsehgeräte nutzen derweil das Angebot des App Stores.
Stellt sich also entweder die Frage, ob Samsung mit seiner Visions von App-betriebenen TV-Geräten seiner Zeit weit voraus ist oder ob der User schlichtweg kein Interesse daran hat. Beide Optionen sind nicht abwegig. Samsung könnte mit steigenden Verkaufszahlen tatsächlich eine Vorreiterrolle in diesem Marktsegment einnehmen – der Erfolg von Apps auf anderen Devices spräche dafür. Auf der anderen Seite könnten die Couch Potatoes in ihrer guten, alten Mattscheibe nach wie vor ein Medium sehen, bei dem sie schlichtweg abschalten können – vom Internet und dem damit verbunden Zwang zur Erreichbarkeit, Stress und Daten Overload.
Jürgen Telkmann
Wer mehr wissen möchte (vor allem hinsichtlich dem Wettbewerb und dem SDK) sollte sich mal hier umsehen:
http://www.freethetvchallenge.com/resources #zitieren
(jt) #zitieren

























