9. Juli 2009
Scheut die Politik den Wahlkampf im Web?
Der Frage, welche Parteien und Spitzenpolitiker sich wo im Web 2.0 breit machen, geht in regelmäßigen Abständen die Kurzstudie "Politik im Web 2.0" von Netzpolitik.org auf den Grund. Die aktuelle fünfte Ausgabe der Studie gelangt zu der überraschenden Erkenntnis, dass die politischen Akteure nach der absolvierten Europawahl den Wahlkampf im Web trotz der bevorstehenden Bundestagswahl nicht weiter forcieren.
Möglicher Grund: Die hitzige Diskussion um das umstrittene "Zugangserschwerungsgesetz", das den Zugriff auf Kinderpornografie im Internet verhindern soll. Fürchten sich die Parteistrategen nun vor der engagierten Web-Community, die sich nicht einfach als tröges "Stimmvieh" mißbrauchen lässt? Ist die Politik zu einen inhaltlich anspruchsvollen Wahlkampf im Web nicht in der Lage. Bislang sind das nur Spekulationen.
Ansonsten belegt die Studie Altbekanntes: Die Parteien buhlen an jeweils ganz unterschiedlichen Orten im Web um die Gunst des Webvolks: bei Facebook sind insbesondere Grüne- und SPD-Gruppen zu finden, bei StudiVZ engagieren sich FDP und die Union besonders stark. Die Partei Die Linke wiederum findet bei der Web 2.0-Nutzerschaft laut Studie offenbar wenig Beachtung. Weitere "Key Findings": Eine größere Bedeutung im Web-Wahlkampf kommt zunehmend den Videoplattformen zu. StudiVZ macht sich wiederum durch neue Features für die Parteien interessant. Und: Die Grünen halten ihre Vormachtstellung bei Twitter aufrecht.
Nicht viel Neues in Sachen Politik im Web also. Dennoch: Wen die aktuellen Bemühungen der Parteien im Detail interessieren, für den hält die fünfte Ausgabe der Kurzstudie "Politik im Web 2.0" (PDF) wieder eine Vielzahl interessanter Fakten parat .
Reimar Winkler
































