
9. Februar 2010
Sign Out – Was bleibt, wenn die Werbung geht
Der gebürtige Pole Josef Schulz interessiert sich in seinem Schaffen in erster Linie für die Formen und weniger für die Botschaften. Seine Fotografien wirken auf den ersten Blick etwas trist, doch legen beim zweiten Hinsehen eine neue Perspektive offen. So auch in seiner jüngsten Serie "Sign Out". Darin sind Werbetafeln zu sehen – allerdings wurden Logo und anderweitiger Werbebotschaften wegretuschiert.
Ohne Schriftzüge und Bildchen wirken die zum Teil riesigen Werbeflächen gruselig karg. Man hat beinahe den Eindruck, eine futuristische Design-Vision der 1970er Jahre zu betrachten. Bar jeder Botschaft bleibt ein buntes Monument der Sinnlosigkeit. Die Projektionsflächen wurden um die Botschaft herum konzipiert und die fehlende Abhängigkeit zu Werbetexten rückt sie so in ein neues Licht. Was bleibt, sind ungewollte Skulpturen bar jeder Intention. Ein Schilderwald der Sinnlosigkeit.
Zugleich kann der Betrachter einen kritischen Blick auf die Werbung an sich entwickeln, die eine völlig absurde Sprache zu verwenden scheint. Die manipulativen Momente werden sichtbar und im selben Moment ad Absurdum geführt. Werbebotschaften werden von Monumenten getragen, für die ein normal denkender Mensch keinerlei Verständnis aufbringen kann. Dies macht sie in gewissem Sinne fast wieder zu Kunst.
Jürgen Telkmann


































