7. Oktober 2009
Social Media in Unternehmen – Segen oder Fluch
Was große Unternehmen anbelangt, so haben diese ein eher ambivalentes Verhältnis zum Thema Social Media. Auf der einen Seite wird Networking gepredigt, während auf der anderen Seite der Zugang zu Facebook, Twitter und Konsorten gesperrt wird. Über 50 Prozent der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern stellen sich zwischen Arbeitnehmer und seinem Zugang zu sozialen Netzwerken – das hat jüngst eine Studie der Robert Half International herausgefunden.
Mehr als 1.400 Chief Information Officers (CIO) äußerten sich in einer telefonischen Umfrage zu dem Thema. 54 Prozent gaben an, Social Media auf den Firmenrechnern komplett zu blocken. Lediglich 20 Prozent erlauben das Netzwerkeln via Xing oder LinkedIn zu beruflichen Zwecken, und nur 16 Prozent haben mit privat twitternden Angestellten kein Problem. "Using social networking sites may divert employees' attention away from more pressing priorities, so it's understandable that some companies limit access", fasst Dave Willmer, Executive Director der Robert Half International, die Motivation für die Blockaden zusammen. Auch die Wahrung der Online Reputation sei ein Grund für die Sperren.
Beide Motive dahinter stehen allerdings auf wackligen Füßen. Online zu netzwerkeln kann einen wichtigen Teil der Arbeit ausmachen. Was das Reputationsmanagement anbelangt, führen die Sperren ebenfalls ins Leere: nach Feierabend hat jeder Angestellte die Gelegenheit, zu twittern oder zu bloggen, was das Zeug hält. Der PR-Blogger Klaus Eck tut also recht mit seinen Überlegungen, dass Unternehmen ihren Umgang mit der Social Media überdenken sollten.
Social Media bietet den Unternehmen vielmehr eine Chance als dass es eine Gefahr darstellt. Vielen Unternehmen fehlt allerdings die generelle Kenntnis über das Web 2.0. Eck führt das Beispiel an, dass einige Unternehmen zwar Twitter blockieren, der Zugang zum Microblogging-Dienst via anderen Tools dennoch gegeben sei. Sein Vorschlag lautet daher, nicht mit Blockaden auf Tweeties zu schießen, sondern allgemein geltende Richtlinien einzuführen – die Social Media Policies. In seinem Blog führt Eck mehr als 100 Beispiele an, wie eine solche zu gestalten wäre. Bis es soweit ist, wird jedoch noch einige Aufklärungsarbeit in den Unternehmen zu leisten sein.
Jürgen Telkmann
































