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28. Januar 2010

Twitter Nutzerstatistik – Hat es sich ausgezwitschert?

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/053605)

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Twitter kann monatlich immer noch enorme Zuwachsraten an neuen Usern verzeichen. Million von Menschen eröffnen monatlich einen Twitter-Account und bescheren dem Dienst zwar leicht einknickende aber dennoch unglaubliche Wachstumsraten. Doch was passiert mit all den Accounts? Wieviele davon werden letztendlich genutzt? Schließlich zählen nicht nur die Zuwachsraten, um einen langfristigen Erfolg zu sichern, sondern auch, wie die Massen an Microblogger den Dienst nutzen. The Metric System hat eine neue Analyse von Twitter veröffentlicht, die einige Interpretationen zulässt.

Demnach hatte der Dienst im Juli sein Rekord-Hoch, was die Zuwachsraten betrifft: Fast acht Million Menschen entschieden sich in diesem Sommermonat dazu, den Strand Strand sein zu lassen und einen Twitter-Account zu eröffnen. Im Dezember 2009 waren es mit etwa sechs Million schon rund 20 Prozent weniger – aber dennoch eine beachtliche Zahl.

Wie sieht es hingegen unter der Haube aus? Laut The Metric System waren die Zwitscherer 2009 nicht mehr die allertreuesten Gefolgsleute. Über 50 Prozent hatten entweder gar keine oder weniger als fünf Follower. Lediglich ein Bruchteil der Microblogging-Gemeinde hatte mehr als 20 Anhänger, die wenigsten haben über 500. Auch die Zahl der Tweets wirft ein eher trübes Licht auf den typischen Twitter-Nutzer: Ein beachtlicher Teil der Twitterer hat noch nie ein Update gepostet, weit über ein Drittel kamen über neun Tweets nicht hinaus – d.h. 80 Prozent aller Microblogger haben weniger als zehn Mal einen Tweet gepostet.

Im Dezember kam es bezüglich der Aktivität gar zu einem Rekordtief. Nur 17 Prozent der insgesamt 75 Million User Accounts haben wenigstens einen Tweet abgesand. Vergeht den Menschen etwa die Lust am Zwitschern oder warum liegen derart viele Accounts brach? Wie ist es zu verstehen, dass rund 40 Prozent noch nie einen Tweet verschickt haben und ein Viertel der Accounts keine Follower aufweisen?

So dramatisch sich diese Zahlen auch anhören mögen – Twitter ist nicht nur als Kommunikationsmittel für Sender geeignet, sondern kann auch wunderbar als Empfangsmedium von Nachrichten genutzt werden. Allein die jüngst eingeführte Listenfunktion macht Twitter zu einem sinnvollen Ersatz des Feed-Readers. Nachrichten sind vorselektiert und ersparen somit eine Menge Zeit bei der Recherche. Dadurch eignet sich Twitter selbst für diejenigen, die das Twittern an sich als absolut stumpfsinnig empfinden.

Viel interessanter wären letztendlich die Zahlen, wie oft sich der durchschnittliche User in seinen Account einloggt. Nur so lässt sich mit Sicherheit sagen, wie Twitter genutzt wird. Letztendlich kann sogar der Rückgang aktiv zwitschernder User ein Gewinn für den Dienst sein. Der Bruchteil, der eine sinvolle Verwendung für seinen Account gefunden hat, sollte diese auch mit der Welt teilen – wenn auf der anderen Seite Oma aufhört, Fotos ihrer Katze zu twittern, ist dies nicht unbedingt ein Verlust.

Jeden Monat kommen Millionen neuer Twitter User hinzu.
Jeden Monat kommen Millionen neuer Twitter User hinzu.

Dennoch versenden die wenigsten User regelmäßig Tweets.
Dennoch versenden die wenigsten User regelmäßig Tweets.

Der prozentuale Anteil der aktiven Nutzer sinkt stetig.
Der prozentuale Anteil der aktiven Nutzer sinkt stetig.

via Tech.Blorge

Jürgen Telkmann

Kommentare
Gravatar marcus 28.01.2010
um 12:25 Uhr
war ja irgendwie klar, dass twitter nicht auf dauer erfolgreich ist und regelmäßig genutzt wird. nächstes jahr im januar wird sich kein mensch mehr für twitter interessieren... #zitieren
Gravatar Webling 28.01.2010
um 12:37 Uhr
Teilweise ists ja ganz interessant Leuten zu folgen, aber im Endeffekt ist es auch nur eine weitere Zeitverbrennungsmaschine. #zitieren
Gravatar lo 29.01.2010
um 12:24 Uhr
Selbst 20% sind bei der Nutzerzahl eine beachtliche Summe. Das irgnoriert der Bericht völlig. Und so Aussagen wie "Im Dezember kam es bezüglich der Aktivität gar zu einem Rekordtief. Nur 17 Prozent der insgesamt 75 Million User Accounts haben wenigstens einen Tweet abgesand" würde ich ganz anders interpretieren. Denn immerhin sind das über 12 Mio. Nutzer, die im Dezember einen Tweet geschrieben haben, das ist doch enorm. Zzgl. der lesenden Nutzer. Welche Dienst hat denn nochsolche Zahlen vorzuweisen? #zitieren
Gravatar Falk Ebert 01.02.2010
um 09:24 Uhr
Selbst die Zahlen zum Einloggen wäre noch nicht 100% aussagekräftig – man weiß ja auch nicht, wie viele Tweets über Clients gelesen wird... #zitieren
Gravatar m_n1 01.02.2010
um 19:00 Uhr
Ich finde die Meinungen hier, mit Hinblick auf die ersten beiden, recht kurzsichtig und eindimensional. Es gibt nicht mehr 8 Mio NEUE Nutzer pro Monat sondern nur noch etwas unter 6,4 Mio. - junge, da steht Twitter kurz vor dem Aussterben (#ironie).
Mal faktisch: die Nutzerzahl hat sich in den letzten 1 1/2 Jahren vervielfacht (genaue absolute Zahlen liegen mir nicht vor). Gleichzeitig schwankt die Aktivität in Sachen Tweets bereits seit Juni 2007 zwischen ca. 16 und 34 % (zugegeben, jetzt mit dem Tiefpunkt). In absoluten Zahlen (immer das Problem mit diesen tollen und überschwänglich vorgetragenen Prozentangaben) twittern jetzt aber mehr Personen, als zu Beginn, Mitte und vielleicht auch letztem Hoch des Dienstes, obwohl es zumindest zu Beginn 80-50 % der Nutzer getan haben.
Zum Thema Twitter stirbt bis Jan. 2011 - genau wie Ken Olsen prognostizierte: „Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus wollen würde.“ (1977) // Ich wäre ja vorsichtig mit solchen aussagen. Auch gern genommen: Print ist tot, das Radio stirbt aus, TV ist tot...
Als Informationsquelle kommt es meiner persönlichen Meinung nach auf das richtige Rezipieren und der Auswahl an Twitterer an, denen man folgt. Es kann schnell zur Zeitfalle werden, muss es aber nicht.
Bezüglich des Artikels hier muss ich "lo" zustimmen, der könnte differenzierter verfasst sein, würde dann vielleicht gleich die ersten beiden Kommentare im Keim ersticken.
Auch passt an dieser Stelle die Verknüpfung zu einem Kommentar von Martin zu "Der Untergang von Social Media":


Martin:
Nein, das ist kein guter Artikel: dass der Grossteil der tweets und Aktivtitäten in social communities von einem nur geringen Teil der user produziert wird, wissen wir und das kann man in jeder Studie nachlesen. Über diesen Punkt ist man schon lange hinaus, der Autor aber offensichtlich noch nicht, wenn er immer noch dem Glauben anhängt, da bloggere die Mehrheit, alles sei demografisch, altersmäßig und gegendert demokratisch und gerecht verteilt. ....


Beste Grüße,
MN
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Gravatar m_n1 01.02.2010
um 19:01 Uhr
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