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19. März 2010

Viacom im Clinch mit YouTube

(Link zum Artikel: http://www.createordie.de/cod/news/054539)

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YouTube wird von Viacom verklagt. Das Medienunternehmen wirft der Videoplattform vor, absichtlich seine Urheberrechte zu verletzen. Zudem würde YouTube nicht genügend dafür tun, unautorisierte Video-Clips von dem Portal zunehmen. Viacom veröffentlichte gestern die Klage und eine juristische Stellungnahme.

Über die Homepage gab das Unternehmen ein Statement zur Angelegenheit ab. Viacom stützt sich in dem Rechtsstreit unter anderem auf den Mail-Verkehr zwischen den YouTube-Gründern Steve Chen und Chad Hurley. Das Unternehmen geht so weit zu behaupten, dass YouTube aus Profitgier gegründet wurde, um Urheberrechten zu verletzen:

YouTube’s founders and its employees intended to profit from that infringement. By their own admission, the site contained "truckloads" of infringing content and founder Steve Chen explained that YouTube needed to "steal" videos because those videos make "our traffic soar".

Darüber hinaus behauptet der Medienriese, dass Google und YouTube technisch dazu in der Lage seien, Content zu entfernen, der Urheberrechte verletze. Dennoch hätte das Unternehmen von dieser Möglichkeit nicht immer Gebrauch gemacht. Dem Digital Millenium Copyright Act (DMCA) nach müssten die Provider für Rechtsverletzungen auf deren Plattform haften.

Jason Kincaid von TechCrunch schaute sich den Mailverkehr genauer an, den Viacom in den Dokumenten veröffentlichte. Darin sagt Steve Chen "steal it" und Chad Hurley antwortet "hmm, steal the movies?". Kincaid geht aber nicht davon aus, dass es sich bei den besagten Filmen um komplette Kinostreifen oder Fernsehsendungen handelt, sondern vielmehr um kurze und lustige Video Clips mit viralem Gehalt. Er stützt sich auf die Aussage: "viral videos will tend to be those type of videos".

Die Antwort von YouTube ließ nicht lange auf sich warten. Google stellte die juristische Verteidigung ins Netz. In einem Statement wies YouTube Chief Counsel Zahavah Levine die Vorwürfe von Viacom entschieden zurück. Er bezeichnete YouTube als Inbegriff der Demokratisierung des Internets und der Informationsfreiheit. Die Plattform wäre eine Möglichkeit für jedermann, eigene Werke und Meinungen der Welt zu präsentieren.

Er bekräftigt, dass YouTube sich an den DMCA gehalten habe. Die Inhalte auf YouTube seien Copyright geschützt. Die Frage drehe sich also darum, ob ein Video dazu autorisiert war, um veröffentlicht zu werden. Das könnten die Content-Besitzer besser einschätzen als der Betreiber der Plattform. Die große Vielzahl an Usern mache es YouTube ungemein schwer, das zu kontrollieren. Levine erhebt zudem einen schweren Vorwurf gegen Viacom. Über Jahre hinweg hätte das Unternehmen selbst heimlich den eigenen Content auf die Plattform geladen, um virales Marketing zu betreiben:

For years, Viacom continuously and secretly uploaded its content to YouTube, even while publicly complaining about its presence there. It hired no fewer than 18 different marketing agencies to upload its content to the site. It deliberately "roughed up" the videos to make them look stolen or leaked.

Bereits vor wenigen Wochen wurde Google wegen YouTube von einem italienischen Gericht verurteilt. Das Gericht gab dem Portal die volle Verantwortung für Content, der auf der Seite zu sehen ist. Der Rechtsstreit wirft erneut die Frage auf, ob der Betreiber die Verantwortung über die Rechteverletzung durch Videos zu tragen hat oder der Einzelne, der den Inhalt hochlädt.

Lukasz Konieczny

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