17. März 2010
Werbepartner wollen Google in China halten
Mehrere Unternehmen appellierten an Google per E-Mail, seinen chinesischen Suchdienst-Ableger doch nicht zu schließen, berichtet das WSJ. Sie fürchten, ein Ende von Google in China würde ihre Geschäfte erheblich bedrohen. Google spielt mit dem Gedanken, seine Suchmaschine in China dichtzumachen, da das Unternehmen dazu bereit ist, die Suchergebnisse durch die chinesische Regierung zensieren zu lassen.
Die 27 Unternehmen schickten die E-Mail an John Liu, den Leiter des Google Sales Teams in China. Dem WSJ und dem chinesischen Staatsfernsehen wurden ebenfalls Einblicke in die Nachricht gewährt. Die Identität der Unternehmen, die Werbeplätze auf Google in China verkaufen, ist bislang anonym. Die Firmen beklagen, dass sie nicht in Googles Entscheidung miteinbezogen wurden. In der Mail heißt es: "We understand that Google has its own values, but we cannot understand why, until this day, Google has not communicated with us how the matter will be solved".
Google bestätigte, die Mail erhalten zu haben. Eine offizielle Stellungnahme steht bislang aus. Noch ist Google.cn in Betrieb und die Suchergebnisse werden weiterhin gefiltert. Das chinesische Handelsministerium kann zudem noch keinen offiziellen Rückzug bestätigen. Alle ausländischen Unternehmen müssen dem Ministerium ihre Aktivitäten lückenlos melden. Die Unsicherheit macht die Situation für Googles Partner in China nicht gerade einfach.
Der große Gewinner in dem Konflikt könnte Baidu sein, wenn Google seinen Suchdienst im Land des Lächelns einstellt. Business Insider sieht in dem chinesischen Pendant von Google den größten Profiteur des Streits. Baidu war bislang die meistgenutzte Suchmaschine in China. Mit Googles Ausstieg würde sie eine Position in China einnehmen, wie sie Google sonst nur in der westlichen Welt hat.
Lukasz Konieczny

























