24. August 2009
Xbox 360: Sei Dein eigener Controller
Mit dem "Projekt Natal"(Codename) will Microsoft den Controllern an den Kragen gehen. Künftig soll es möglich sein, die Spielekonsole per Körperbewegungen und Sprachbefehlen zu steuern. Microsoft hätte damit wesentliche Elemente von Nintendos Wii-Steuerung und Sonys Eye-Toy-Tool innovativ miteinander kombiniert. Zu den technischen Details hatte man bislang jedoch nichts verraten.
Im Rahmen der Spielemesse gamescom äußerte sich nun Kudo Tsunoda, Creative Director des Projekts, gegenüber pte zu dem neuen Meilenstein des Gameplay: "Mit Natal werden wir die nächste Evolutionsstufe im Videospielbereich einläuten. Kernpunkt ist dabei ein völlig neuartiges Kontrollsystem, das ohne jegliche Form von Controller auskommt und lediglich über Körperbewegungen und Sprachbefehle der Nutzer gesteuert wird." Ein auf 48 Punkten basierendes "Full Body Tracking"-System erkenne jede Bewegung des Spielers und gestalte die Steuerung von Spielen so intuitiv wie möglich. Beeindruckend sei vor allen Dingen, dass das System den aktiven Spieler von anderen Personen im Raum unterscheiden kann und selbst in völliger Dunkelheit funktioniert.
"Natal ist nicht nur für leichter zugängliche Spaßspiele interessant, sondern auch für sogenannte Hardcore-Games wie etwa actionlastige Ego-Shooter. Dadurch, dass diese Steuerungsform keine besonderen Vorkenntnisse erfordert, werden sich zudem Menschen aller Altersgruppen für diesen Gaming-Ansatz begeistern können", so Tsunoda. Natal solle bereits auf der Xbox 360 eingesetzt werden und sei prinzipiell für jede Art von Spielen geeignet. Ab wann man die Videospielzukunft auch im eigenen Wohnzimmer erleben kann, ist hingegen noch nicht bekannt.
Jürgen Telkmann
Oder aber ist jetzt auf einmal alles in bester Ordnung, weil sich der Riese aus Redmond der Sache angenommen hat und das Wissen der nächsten Generation in die übernächste portiert?
Skeptisch werde ich bei Aussagen, dass man nicht nur an Spaßspielen interessiert sei, sondern dass man auch Hardcore-Games ein neues Spielerlebnis bereiten könne. Mal ehrlich: Wie viele derjenigen Spieler, die viele Stunden vor er Kistre verbringen, würden ein echtes Basketballspiel durchhalten? Sollen die nun in einer beliebigen Simulation im besten Fall - also bei kürzest möglicher Spielzeit - im Zimmerchen herumspringen und den Kobe Bryant geben? Sollen sie wie Ronaldo durch die vollgestellten Spielehöhlen dribbeln und gegen die besten Torwarte der Welt punkten (wobei hier natürlich gilt, dass die Torwarte in jedem Spiel nicht unbedingt overskilled sind, ganz im Gegensatz zu den wahren Helden - den Stürmern und Mittelfeld-Stars dieser Fussballwelt)? Oder soll man die Normandie nun "ganz in echt" stürmen - ohne physisches Feedback jedwelcher Art? Zumindest letzteres hat schon auf der Wii nur leidlich funktioniert.
Bei der Einführung der PS3 in Deutschland wurde gemosert, weil der Controller nicht mehr so hübsch vibriert hat, wenn man mit dem Auto gegen die Bande gekracht ist oder man wahlweise von gegnerischen Soldaten, Terroristen oder Aliens mit Feuer belegt wurde - warum sollte das jetzt auf einmal obsolet werden?
Die Wii hat gezeigt, dass man keine Grafik-Wunder vollbringen muss, um eine breite Masse ans "Gamen" heranzuführen. Wer "mehr" erleben wollte, ist früher oder später auf eines der (technisch) mächtigeren Geräte umgestiegen. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob man sich mit solchen Methoden nicht bei der (sich selbst überschätzenden) Masse der Hardcore-Gamer übernimmt und alte Ängste neu entfacht. Es mag das ein oder andere Genre neu beleben oder tatsächlich für etwas mehr Spaß sorgen - aber solche Spielereien werden maximal einen Zwischenschritt darstellen. Die wahre Zukunft wird hoffentlich mehr bringen, als Outdoor-Aktivitäten in die Häuser zu bringen. #zitieren
Warte doch einfach mal mit deinem Hardcoregamer-Urteil bis das Dingen draussen is und kratz Dir mal den Sand aus der Vagina! #zitieren


























