10. Dezember 2009
Zurück in die Zukunft – Google 2020
Google arbeitet intensiv daran, dass Web schneller zu machen. Wenn man allein diese Tatsache berücksichtigt – welche Konsequenzen hat dies auf das Netz in zehn Jahren? Wird Google immer noch die Rolle spielen, die mit der heutigen vergleichbar ist? Devindra Hardawar hat sich bei Royal Pingdom genau diese Fragen gestellt. Dazu setzt sie an Googles Bestreben nach einem möglichst schnellen Web an und spinnt sich anhand dessen durch das nächste Jahrzehnt – wohl wissend, dass ihr aufgrund des drohenden Untergangs der Menschheit im Jahr 2012 niemals ein Strick aus ihren Visionen gedreht werden kann.
Zunächst einmal, so beginnt Hardawar ihren Trip in die Zukunft, treiben Googles Bemühung die Beschleunigung des Netzes schneller voran, als es ohne das Unternehmen hinter der Suchmaschine möglich gewesen wäre. Dies hat allerdings auch Konsequenzen. Beispielsweise werde Java eine der wichtigsten Sprachen im Web. Diese Vermutung begründet Hardawar mit der Einführung von Chrome als Browser und Betriebssystem. Mit diesen beiden Tools gestalte Google das schnelle Netz nach eigenen Regeln. Ob Chrome nun die Nummer Eins unter Browsern oder Betriebssystemen werden kann, sei dahingestellt – Microsoft, Mozilla und der Rest der Konkurrenz müssen auf den Javascript-Zug aufspringen, wollen sie nicht den Anschluss in Punkto Geschwindigkeit verlieren.
Ein schnelles Netz werde zudem dazu in der Lage sein, Offline-Applikationen in die Cloud zu holen. Dieser Trend zeichne sich schon heute ab, betrachtet man sich unter anderem Google Docs oder Aviary. Viele leistungsstarke Programme, wie Photoshop oder MS Office, haben schon heute ein Pendant im Netz, das in wesentlichen Funktionen mithalten kann. Die Vorstellung – gibt man dem Netz zehn Jahre Zeit – nur noch online zu arbeiten, scheine demnach nicht allzu unwahrscheinlich.
Google könnte zudem ein wichtiger Motor für den freien, öffentlichen Internetzugang in der Ersten Welt werden. Hier gesteht sich Hardawar erstmals spekulative Momente in ihren Visionen ein. Ihre simple Kausalkette: Wenn schneller Internetzugang gut für Google ist, dann müsse ergo auch die Verfügbarkeit von der größtmöglichen Menge an Usern im Interesse des Unternehmens sein.
Bei ihrer Prognose, Google Wave werde das ultimative Kommunikationstool im Jahre 2020 sein, ist sich die Autorin aller Vorbehalte, die derzeit über Googles Neuling geäußert werden, durchaus im Klaren. Sie vertritt jedoch die Auffassung, dass besonders Echtzeitkommunikation ein wichtiges Moment im Informationsaustausch des nächsten Jahrzehnts darstellen werde. Nicht zuletzt deswegen, dass immer mehr Programme in die Cloud abwandern. Schnelle Informationsverfügbarkeit sei genauso wichtig wie schnelle Datenverarbeitung.
Auch der Markt der mobilen Kommunikation werde sich nicht zu Ungunsten von Google wandeln. Android werde den größten Marktanteil bei den mobilen OS haben und das iPhone weit hinter sich lassen. Zwar würden sich High-End-Geräte immer noch einen harten Kampf mit dem Konkurrenten Apple liefern, doch auf dem Sektor der alltagsgebräuchlichen Smartphones werde Android irgendwann Nokia verdrängen. Schon heute könne man erahnen, welche Fülle an verfügbaren Applikationen das System in ferner Zukunft bieten wird.
Nicht zuletzt werden auch Googles Flaggschiff, der Suche, keine wesentlichen Veränderungen erspart bleiben. Alle Inhalte, egal ob Video, Foto oder Text werden in Echtzeit verfügbar sein. Hier gleitet Hardawar in die Science Fiction ab. Sie hat keine Ahnung, welche Kniffe sich Google in diesem Punkt noch einfallen lassen wird, aber sie müssten ein so immenses Potential haben, dass sie dazu in der Lage wären, die gesamte Menschheit auszulöschen. Ein Glück also, dass diese 2012 sowieso vernichtet wird und Google niemals diese letzte aller Chance erhalten wird.
Jürgen Telkmann
Ich glaube, es sollte Javascript heißen. Oder? Jedenfalls widerspricht es sich hier zwei Sätze später:
"Microsoft, Mozilla und der Rest der Konkurrenz müssen auf den Javascript-Zug aufspringen, wollen sie nicht den Anschluss in Punkto Geschwindigkeit verlieren." #zitieren

























