
16. September 2009
eReader: Zu teuer, zu langsam aber gut lesbar
Das schweizer Instituts für Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL) hat sich in einer Untersuchung die derzeit auf dem europäischen Markt erhältlichen eReader vorgenommen. Die Probanden aus allen Altersgruppen testeten die Geräte in Hinsicht auf Lesbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Preis. Zwar stuften die meisten Probanden die Geräte als gut lesbar ein, doch wiesen die beiden anderen Kategrorien noch erhebliche Mängel auf.
Untersucht wurden folgende fünf Geräte: iRex iLiad, Sony PRS-505, Bookeen Cybook Gen, BeBook und Ectaco Jetbook. Die größte Herausforderung für die Probanden stellte auf den Testgeräten die Navigation und das Handling dar. Alle Reader verfügen noch über keine ausreichend intuitive Bedienbarkeit. Dies sei vermutlich darauf zurückzuführen, dass die eReader-Entwicklung generell noch am Anfang stehe. Auch die zu hohen Preise kamen bei den Testpersonen schlecht an. "Die verwendete e-ink-Technologie ist heute noch recht teuer. Durch die weitere Entwicklung auf dem E-Book-Markt könnte sich das in Zukunft aber noch ändern", so Eva Siegenthaler, Leiterin des Projektes gegenüber pte.
Am Besten gefiel den Probanden, wenn die Geräte insgesamt einfach gehalten waren, also ein schlichtes Design aufwiesen und über wenige Tasten bzw. über Touchscreen steuerbar waren. Bemängelt wurde an fast allen Geräten die langsame Reaktion beim Wechseln der Seiten sowie das Fehlen einer deutschsprachigen Bedienungsanleitung.
Interessant ist, dass die Testpersonen auch das klassische Buchformat in ihrer Endbewertung mit einbezogen. Positiv an Papier sei demnach unter anderem der Buchdeckel, das sinnliche Erlebnis beim Lesen, die einfache Bedienbarkeit, die individuell einstellbare Geschwindigkeit beim Umblättern der Seiten und die Tatsache, dass es ohne externe Stromversorgung auskommt. Die negativen Seiten des klassischen Buches seien vor allen Dingen das Gewicht, die schlechte Suchfunktion, die Folgen bei Verlust des Lesezeichens und das altmodische Flair, das dem Old-School-Book anhafte.
Testsieger bei den elektronischen Geräten war dennoch der Reader von Sony. Seine übersichtliche Menüführung ermöglichte es den Probanden, sich intuitiv am Gerät zurechtzufinden. Zudem wurden Design und Format positiv bewertet. Allerdings ist dieses Jahr noch mit wenigstens zwei Neuerscheinungen auf dem e-Reader-Markt zu rechnen: sowohl Textr als auch Asus springen jeweils mit einem Modell auf den e-Zug auf. Neue Studien dürften also nicht lange auf sich warten lassen.
Jürgen Telkmann

































