
28. Juli 2011
vvvv das generative Design System
vvvv ist eine Eigenentwicklung der Designagentur Meso Digital Media Systems Design und war ursprünglich 1998 für den internen Gebrauch gedacht. Mittlerweile ist die Software für den nicht-kommerziellen Gebrauch frei verfügbar. Wie alle Grafischen Programmierumgebungen benutzen vvvv so genannte "nodes" (Knoten) um Funktionen darzustellen. Eine vvvv-Applikation besteht folglich aus solchen Funktionsblöcken und entsprechenden Relationen zu den Blöcken. Jeder Knoten bearbeitet eingehende Datenströme auf eine definierte Art und Weise und gibt das Ergebnis weiter an andere verbundene Knoten. Die Ein- und Ausgänge der Knoten werden als "Pins" bezeichnet. Datenströme können dabei einfache Zahlenwerte aber auch Sensordaten, Audio- oder Videostreams oder 3D-Modelle sein. Je nach Kombination der Knoten können somit sehr komplexe Vorgänge berechnet und dargestellt werden.

Mittlerweile ist vvvv ein bekanntes und viel verwendetes Werkzeug, beispielsweise für VJs und Künstler, die damit wirklich abgefahrene Dinge anstellen. Gängige Beispiele für den Einsatz von vvvv sind die Erzeugung von komplexen Formen mit Hilfe mathematischer Algorithmen, Rendering und Shading von live erstellten oder importierten 3D-Objekten, die Analyse von Daten (Sensorik, Bilderkennung, Audioanalyse) oder auch die Kontrolle von angeschlossenen Geräten, wie beispielsweise Computer, Motoren oder Beleuchtungselemente.
Wer sich für vvvv und vvvv.js interessiert, sollte mal auf der Galerie von www.vvvv.org vorbeischauen oder die Tutorials und den Blog studieren. Riccardo Tischer von der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle hat die Folien zu seiner Vorlesung "vvvv Anfängerkurs 2010" online gestellt. Auch auf vvvv.org sind zum Teil deutsche Übersetzungen und Tutorials verfügbar. Ein schönes Beispiel für den Einsatz von vvvv findet sich beispielsweise auf Rediska. Wer sich allgemein mit der Thematik der Generativen Erzeugung von Designs mit vvvv und Grafischen Programmierumgebungen auseinandersetzen möchte, dem sei die Magisterarbeit von Thomas Hitthaler aus dem Jahre 2005 ans Herz gelegt.
Marja-Liisa Jöckel

























