
27. Mai 2009
webinale-Keynotes: Der Fehler des Internets und moderne Kommunikation
Kurzer Newsflash – die Keynotes der webinale 09 am Mittwoch Morgen. Karlheinz Toni ("Charly") von Piins.com brachte mit "düsteren" mathematischen Zahlenspielereien die Zuhörer zum Nachdenken. "Wie lange dauert es, bis Bakterien eine Bierflasche gänzlich besiedelt haben?" – das geschieht erschreckend flott, dem exponentiellen Wachstum sei "Dank". Laut Toni lässt sich diese Wachstums-Problematik auch auf die Ebene des Web transferieren: Während das Kommunikationsbedürfnis dort exponentiell wächst, hinkt die Umsetzung von technischen Standards hinterher.
Das ist aber nicht das einzige Problem, das Toni ausgemacht hat. Das Web wird für ihn durch zwei Fakten charakterisiert: 1. Die Struktur ist dezentral – was den Nutzern Freiräume verschafft, 2. "Data is money". Leider harmonieren beide Fakten nicht miteinander: die dezentrale Struktur erschwert das Geldmachen. Hier schlägt nun Toni mit Piins in die Kerbe. Das Startup bietet "an unique, patented solution", die schlichte Website in ein universelles Gateway verwandeln soll. Resultat laut Toni: dem User bleibt das dezentrale Web erhalten, die Anbieter erhalten aber gleichzeitig eine bessere Möglichkeit, die User zu monetarisieren.
Die zweite Keynote präsentierte Kevin Slavin von Area/Code. Hier war allerlei Überrachendes geboten: Die Kommunikation zwischen Mensch und Objekt etwa, verdeutlicht am Beispiel von Botanicall, telefoniere mit deiner Pflanze. Oder die Beobachtung, dass viele aktuelle Web-Tools seltenen menschlichen Gebrechen ähneln. Etwa das Unvermögen Alltägliches zu vergessen – Hyperthymesia genannt –, das seine Entsprechung in der "digitalen Welt" im Tool Twitter findet.
Interessierte, die in die faszinierende Gedankenwelt Slavins einsteigen wollen, sollten sich für Weiteres auf der Area/Code-Website umsehen.
Reimar Winkler
































