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Kolumnen

10. April 2008

Ask.com im Interview: Ende der Beta-Phase in Deutschland voraussichtlich noch 2008

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CREATE OR DIE: Ask.com hieß ursprünglich Ask Jeeves, eine Anspielung auf den allwissenden Diener Jeeves, eine Romanfigur von P. G. Wodehouse. Der Name sollte auf die ursprüngliche Idee hinweisen, seine Suchergebnisse nicht über die Abfrage von Schlagworten, sondern durch die Eingabe von Fragen in ganzen Sätzen zu erhalten. Was ist aus der ursprünglichen Idee geworden?
Ask.com: Die Idee und das Konzept bestehen auch noch weiterhin – nur in einer weiterentwickelten Art und Weise: Früher konnten Fragesätze in natürlicher Sprache eingegeben werden. Mittlerweile hat sich das Suchverhalten der Internetnutzer zunehmend hin zur Schlagwortsuche entwickelt. Deshalb arbeitet Ask.com heute kontinuierlich daran, schnell gute Antworten für generische Suchanfragen und einzelne Schlagworte zu liefern. Die Möglichkeit, ganze Fragesätze einzugeben, besteht für unsere Nutzer auch weiterhin – dass man mit Ask.com auch auf diese Weise zu den gewünschten Ergebnissen kommt, belegt das überdurchschnittlich hohe Niveau von Anfragen, die bei Ask.com auf diese Weise getätigt werden.

CREATE OR DIE: Hinter jedem Sucherergebnis steckt ein komplizierter Algorithmus. Worin unterscheidet sich der von Ask.com beispielsweise zu dem von Google?
Ask.com: Die Suchtechnologie von Ask.com hat den Namen "ExpertRank". Sie analysiert, wie relevant eine Website tatsächlich ist. Während das Ranking von anderen Suchmaschinen auf der Link-Popularität beruht, unterteilen wir das Web zusätzlich in so genannte themenbasierte Communities. Den Seiten, die als "Experten" zu einem bestimmten Thema gelten, wird automatisch eine zusätzliche Priorität verliehen. Diese Seiten sind relevanter und werden somit weiter oben angezeigt. Damit verhelfen wir unseren Nutzern noch schneller zu den gewünschten und relevanteren Suchergebnissen. Außerdem bieten wir ihnen zusätzliche Suchfunktionen, welche die Suche vereinfachen und schneller die gewünschten Ergebnisse liefern. Ein Beispiel sind die "Binoculars", eine Fernglasfunktion, die dem User eine Website-Vorschau liefern.

"Wir glauben, dass Ask.com Deutschland ein überzeugender Herausforderer auf dem Suchmaschinenmarkt ist."

CREATE OR DIE: Google führt den Suchmaschinenmarkt unangefochten an. Laut Comscore kam der Anbieter in den USA Ende 2007 auf einen Marktanteil von rund 58 Prozent, dahinter folgten Yahoo mit rund 23 Prozent und Microsoft schrammte an der zehn Prozent-Marke vorbei. Ask.com lag bei 4,7 Prozent. Was ist die Strategie für die Zukunft: Nischen-Anbieter oder Generalangriff auf Google & Co.?
Ask.com: Ask.com Deutschland ist eine übersichtlich strukturierte und nutzerfreundliche Suchmaschine. Wir sind überzeugt, dass unsere einzigartige Technologie in Verbindung mit unseren Produkten und Funktionen Ask.com Deutschland zu derjenigen Suchmaschine machen wird, bei der die Nutzer die relevantesten Resultate für alle Anfragen am schnellsten finden. Wir glauben, dass Ask.com Deutschland ein überzeugender Herausforderer auf dem Suchmaschinenmarkt ist, weil wir dank der bereits beschriebenen, außergewöhnlichen Technologie und einzigartigen Produkt-Features wie "SmartAnswers" oder "Binoculars" die Suchbedürfnisse der Nutzer besser erfüllen können. Wir konzentrieren all unsere Energien darauf, den Anforderungen der Nutzer optimal zu entsprechen. Das gilt für Nischen genauso wie für die breite Masse.

CREATE OR DIE: Eine Studie der TU Graz fordert die Zerschlagung von Google. Der Gedanke mag abwegig sein, einige Gründe, die in der Studie angeführt werden, scheinen jedoch alles andere als spinnert. Mit seinem beinahe universellen Angebot an Halbwissen verzerre Google die Realität, heißt es. Wie ist es um unser Wissen bestellt, lassen wir uns inzwischen von den schnellen Ergebnissen der Suchmaschinen im Netz leiten? Nehmen Suchmaschinen mit ihren Trefferlisten Einfluss auf unsere Meinungsbildung?
Ask.com: Eine Suchmaschine ist ein Werkzeug – so wie das Register einer Bibliothek erleichtert sie dem Nutzer Informationen zu einem bestimmten Thema zu erhalten. Ein schlampig geführtes Register kann natürlich für Verwirrungen sorgen. Im schlimmsten Fall verweist es zum falschen Buch und der Bibliotheksbesucher muss sich ohne das Register zurechtfinden. In unserem Beispiel stellt das Internet die Bibliothek dar. Das Internet ist natürlich eine sehr große Bibliothek, deshalb ist es umso wichtiger, dass das Register funktioniert.
Ask.com möchte dabei helfen, sich im Internet zu orientieren, indem es relevante Suchtreffer mithilfe von "ExpertRank" zu Tage fördert: Dabei handelt es sich um Seiten, die bereits von Experten berücksichtigt und als relevant eingestuft wurden – ebenso wie es bei den Büchern in einer Bibliothek der Fall ist. Auch diese wurden beispielsweise von Professoren als thematisch relevant beurteilt. So wird im Idealfall das benötigte Wissen vom Halbwissen getrennt. Eine Suchmaschine kann zum größten Teil als "Register" betrachtet werden und ein solches kann man kaum als "meinungsbildend" betrachten, man kann es allenfalls als effektiv oder uneffektiv bezeichnen. Selbstredend halten wir Ask.com für enorm effektiv. Für den Nutzer steht Ask.com allerdings durch andere Suchergebnisse als alternatives Suchwerkzeug, oder wenn man so will als zweite Meinung, jedem zur Verfügung.

"Alle User können davon ausgehen, dass Ask.com auch zukünftig mit allen Suchanfragedaten äußerst sensibel umgehen wird."

CREATE OR DIE: Unter Datenschützern wird über ein Verfallsdatum für Daten im Internet diskutiert. Mit "AskEraser" bietet Ask.com dem User die Möglichkeit, seine Suchaktivitäten von den Ask-Servern zu löschen. Der Weisheit letzter Schluss kann das nicht sein, aber ein guter Anfang. Wie wird die Funktion genutzt und was kann ein User künftig in Sachen Datensicherheit und -verwaltung noch von Suchmaschinen erwarten?
Ask.com: Ask.com ist die erste und bislang einzige Suchmaschine im Markt, die seinen Nutzern die Möglichkeit bietet, ihre Suchanfragen direkt von den Servern zu löschen. Die persönliche Datensicherheit unserer Kunden war immer ein wesentliches Anliegen von Ask.com und wird es auch bleiben. Leider haben wir aufgrund des kurzen Erfahrungszeitraums noch keine Rückschlüsse über die tatsächliche Nutzung von "AskEraser". Erste Eindrücke, die wir von Nutzern und der Presse erhalten haben, waren jedoch durchweg positiv. Alle User können davon ausgehen, dass Ask.com auch zukünftig mit allen Suchanfragedaten äußerst sensibel umgehen wird – wer "AskEraser" nicht nutzt, muss keinerlei Angst haben, dass dies als Freibrief verstanden wird, mit solchen Daten gewissenlos zu verfahren. Im Gegenteil: Ask.com wird sich weiterhin einsetzen, um gemeinsam mit anderen Unternehmen und Organisationen, wie dem Center for Democracy & Technology, Lösungen zu finden, die dem Nutzer mehr Kontrolle in Sachen Datenschutz geben. Uns ist es in jedem Fall wichtig, dass wir unseren Kunden mit dem "AskEraser" die Entscheidungshoheit über ihre Daten in die Hand geben.

CREATE OR DIE: Suchmaschinenanbieter überschlagen sich, wenn es darum geht den User für sich zu gewinnen. Immer neue Funktionen und Features werden angeboten: Bildersuche, Vorschau, News, Shopping, Maps und vieles mehr. Wo soll das hinführen? Verlieren Suchmaschinen den User aus dem "Auge" oder lautet die Devise schlicht, je mehr Funktionen, desto mehr User?
Ask.com: Die Devise lautet: Je besser die Ergebnisse, desto mehr User – weltweit steigende Nutzerzahlen für Ask.com bestätigen uns das. Wenn Ask.com und andere Suchmaschinen mehrere Funktionen anbieten, dann weil auch sie die Suche im Internet spezifizieren und erleichtern. Die Blogsuche von Ask.com ermöglicht es beispielsweise, gezielt Blogs und Webfeeds nach bestimmten Themen zu durchsuchen.

CREATE OR DIE: Manche Suchmaschinenanbieter versuchen sich durch die Personalisierung von Suchergebnissen aus der Google-Dominanz zu befreien. Eine Möglichkeit, die auch Ask.com anbietet. Auffälliger sind jedoch die kleinen netten Features wie "AskCity" oder "AskX", die allerdings der US-Version vorbehalten sind. Was bringt der Aspekt Personalisierung und wann kommen die Ask-Features nach Deutschland?
Ask.com: Prinzipiell trägt diese Personalisierung dazu bei, dass unsere Kunden Ask.com auf ihre eigenen Bedürfnisse abstimmen können, um so die Suchergebnisse für sich selbst zu optimieren. Momentan bietet Ask.com in Deutschland seinen Kunden bereits zahlreiche Tools, welche die Suche im Netz vereinfachen. Mit "MeinAsk" bieten wir einen personalisierten Suchservice, der es ermöglicht, Suchtreffer, Bilder und Rechercheergebnisse zu speichern, zu organisieren und sie mit anderen zu teilen. Gerade für Internetnutzer, die regelmäßig im Web recherchieren, ist das ein ausgezeichnetes Werkzeug. Zukünftig wird das bestehende Angebot auch in Deutschland um weitere Features erweitert werden.

"Wir sehen ein Ende der Beta-Phase für Ask.com Deutschland voraussichtlich in 2008."

CREATE OR DIE: In Deutschland läuft Ask.com noch als Beta, seit Anfang 2006. Wann wird die Beta von der endgültigen Version abgelöst und vor allem, was kann der User an letzten, wesentlichen Veränderungen erwarten?
Ask.com: Um den lokalen Ansprüchen des deutschen Marktes gerecht zu werden, entwickelt Ask.com seit dem Launch in 2006 eine eigene lokale Plattform für Deutschland. Die Arbeiten an dieser Plattform laufen im Entwicklungszentrum in Hamburg und in den USA. Beispielsweise muss ein lokaler Index entwickelt werden, um bestmögliche Suchergebnisse zu liefern und Funktionen wie zum Beispiel "SmartAnswers" müssen lokal angepasst werden. Solange wir der Meinung sind, dass wir die grundlegende Qualität der Suchergebnisse und den Basis-Umfang der Funktionen noch weiter verbessern können, wird das Beta-Zeichen zur Information unserer Nutzer auf unserer Seite und den Seiten von Ask.com in Italien, Frankreich und Holland sichtbar sein. Ziel ist es, dem Nutzer die bestmögliche Sucherfahrung zu bieten. Daran werden wir natürlich auch über die Beta-Phase hinaus arbeiten. Wir sehen ein Ende der Beta-Phase für Ask.com Deutschland voraussichtlich in 2008.

CREATE OR DIE: Ist es eigentlich nicht sehr nervig, dass man sich als Suchmaschinenanbieter ständig in Vergleich zu Google gesetzt sieht? Wie geht ein Unternehmen damit um, dass es im Schatten Googles operiert?
Ask.com: Wir nehmen das sportlich. Google ist derzeit klarer Marktführer, und sich mit ihnen zu messen, ist immer eine Herausforderung. Wir sind überzeugt, mit Ask.com ein erstklassiges Produkt anzubieten, das den Vergleich mit den Besten der Branche nicht scheuen muss. Mit "ExpertRank" bieten wir zudem den fortschrittlichsten Suchalgorithmus und sehen uns damit keinesfalls im Schatten unserer Konkurrenz.

CREATE OR DIE: Wie treffsicher werden Suchmaschinen in Zukunft sein? Weiß die Suchmaschine, was ihr einzelner User sucht, wenn er einen generellen Begriff wie "Auto" eingibt – dass Herr Meier auf der Suche nach einem neuen Auto ist, Herr Müller seines aber verkaufen möchte?
Ask.com: Wir leisten unter anderem in unserm Research Lab in Hamburg tägliche Forschungsarbeit, um die Suche im Web noch intelligenter und anwenderfreundlicher zu gestalten. Ob die Websuche zukünftig tatsächlich in der von Ihnen angesprochen Form funktionieren wird oder anders, ist allerdings noch nicht zu sagen. Auch wir sind gespannt darauf, was uns in den nächsten Evolutionsstufen erwartet.

CREATE OR DIE: Die Nachricht, dass Microsoft Interesse an Yahoo hat, ist eingeschlagen wie eine Bombe. Google hat auf die Ankündigung eher patzig reagiert. Wie wird sich die Übernahme, wenn sie denn letztendlich zustande kommt, auf den Suchmaschinenmarkt auswirken? Unter dem Gezänk der Großen ist Ask.com vielleicht der lachende Dritte?
Ask.com: Wir konzentrieren uns in erster Linie auf uns und unsere eigene Arbeit.

CREATE OR DIE: Wäre Ask.com eine reale Person, wie würden die nachfolgenden Sätze zu Ende geführt werden:

CREATE OR DIE: Bei der Suche im Netz fällt mir auf…
Ask.com: ... dass es viele Dinge gibt, von denen man keine Ahnung haben muss.

CREATE OR DIE: Wouldn’t it be nice…
Ask.com: ... to know all information of the Internet so that I could provide any answer to any search request?

CREATE OR DIE: Wenn ich so groß wie Google wäre…
Ask.com: ... würde ich mir Gedanken um meine Zukunft machen, denn im Web fressen nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.

CREATE OR DIE: Wenn ich das Budget von Google hätte…
Ask.com: ... wäre die Versuchung groß, sich in Florida auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Ich für meinen Teil bleibe da doch lieber aktiv und arbeite weiter an meinen Fähigkeiten.

CREATE OR DIE: Ohne Google…
Ask.com: ... würde es auch an der Herausforderung fehlen.

CREATE OR DIE: Gäbe es keine Werbung im Netz…
Ask.com: ... gäbe es auch Unmengen an kostenfreien Angeboten im Netz nicht.

CREATE OR DIE: In Zukunft wird die Suche im Netz bestimmt…
Ask.com: ... einfacher.

Für Ask.com antwortete Frau Isabella Silberberger, Marketing & PR Manager Deutschland bei Ask.com. Die Fragen stellten Felix Schrader und Reimar Winkler

Kommentare
Gravatar Fan 10.04.2008
um 20:47 Uhr
Wird Zeit, dass die mal aus den Puschen kommen und es hier endlich einen Konkurrenten zu Google gibt! #zitieren
Gravatar heinz 07.05.2008
um 15:06 Uhr
echt jetzt! #zitieren
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