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24.04.2007
Studie: Mit Taschenspielertricks Klicks generieren

Das Web verändert den Journalismus, keine Frage. Wie aber genau diese Veränderung aussieht, damit haben sich Steffen Range und Roland Schweins in dem Gutachten der Friedrich-Ebert-Stiftung Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet beschäftigt.

Fast 60 Prozent der Einwohner Deutschlands sind inzwischen online, die Tageszeitungen und Magazine im Netz profitieren von davon aber nur wenig. "Die meisten Nachrichten-Sites der Verlage schreiben rote Zahlen. Unterhaltungsportale wie T-Online, Yahoo! und WEB.DE erreichen mit ihren Nachrichten viel mehr Leser als Bild, Süddeutsche oder Frankfurter Allgemeine." Zudem machet sich derzeit ein "Para- und Pseudojournalismus" in Form von Blogs und Videoportalen breit. Mittels ein paar Tricks lassen sich aber die Klickzahlen nach oben treiben.

Laut Studie gehen die wenigsten Klicks der verlegerischen Sites auf redaktionelle Inhalte zurück. Nicht einmal ein Fünftel der Zugriffe generieren die meisten Portale und Zeitungen aus redaktionellen Texten. "Das Gros der Klicks ist dem Einsatz von Bildergalerien, dem Zugriff auf Wertpapierdepots, Partnerbörsen, Aktienkurs-Abfragen, Job-Datenbanken geschuldet, die allesamt in die Klickstatistik einfließen." Selbst Leitmedien wie Spiegel Online greifen zu solchen "Taschenspielertricks", um gegen die unjournalistischen Unterhaltungsportale bestehen zu können.

Fazit dieses Entwicklungsprozesses, journalismusferne Portale beeinflussen die Internet-Nutzer stärker als die News-Sites der Verlage und traditionellen Medienhäuser, Nachrichtensites erheben die Page-Impression zur entscheidenden Kenngröße, Nachrichten werden nicht nach Wichtigkeit sondern nach Einschaltquote ausgewählt, es kommt zu einer Verarmung der journalistischen Stilformen, gleichzeitig erhöht sich die Abhängigkeit von Agenturen und die Grenze zwischen redaktioneller Berichterstattung und Werbung verschwimmt.

[fs]
http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/04417.pdf






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