Freitag, 10. Februar 2012

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Software & Support Verlag




29.05.2007
webinale 07: development, design, business

Die "nächste Generation des Web" hatte die erste webinale, die neue Konferenz des Software & Support Verlag, die vom 21. bis zum 23. Mai in Ludwigsburg stattfand, zum Thema. Die webinale, die sich an Web-Entwickler und -Designer sowie an alle wendet, die sich mit sozialen und geschäftlichen Potenzialen im Web 2.0 beschäftigen, konnte Teilnehmer und Speaker gleichermaßen überzeugen.

400 Web-Experten in Ludwigsburg
Rund 400 Web-Experten pilgerten zu der Veranstaltung nach Ludwigsburg bei Stuttgart, die in direkter Nachbarschaft zum Film- und Medienzentrum stattfand. Mit 30 Ausstellern bot die Konferenz zusätzlich einen guten Überblick über den Anbietermarkt für Dienstleistungen und Produkte im Web-Umfeld. "Echtes Know-how" sollte die Konferenz laut Verlagsleiter Sebastian Meyen, der die Konferenz eröffnete, bieten und pragmatische Informationen für alle, die Web-Angebote der nächsten Generation entwickeln, liefern. In der Tat ließ das Programm einen starken Akzent auf technischen Themen erkennen – so standen Vorträge zur professionellen Suchmaschinen-Optimierung (Stefan Fischerländer ) ebenso auf der Tagesordnung wie ausgefeilte Techniken zur Filterung von Spam (Tobias Eggendorfer) oder die Wichtigkeit der W3C-Standards für echte Barrierefreiheit im Web (Jens Grochtdreis).

Tipps für Designer und Entwickler
Für die Entwickler gab es hingegen Tipps für den Einsatz von AJAX sowie technische Informationen zu RSS, Mashups, Microformats oder die Programmierung moderner Widgets für den Mac- und Windows-Desktop. An Webdesigner richteten sich solche Vorträge wie "Webstandards – die Basis für ein modernes Web",  "Usability in der Personalisierung" und vor allem die Keynote von Dave Shea, Begründer des CSS Zen Garden. Shea betonte, dass er nicht nur Webdesigner in der Verantwortung sehe, gute Usability und attraktive Designs zu entwerfen. Vielmehr müssten sie selbst für die standardkonforme Umsetzung in Code sorgen. Zu viele Designer, die Webseiten lediglich in Photoshop entwerfen und zu wenig Kenntnisse von den Möglichkeiten und Limitierungen von CSS hätten, entwickelten schlicht an der Realität vorbei, so Shea.

Zwei Keynotes am Eröffnungstag
Am Eröffnungstag lockte die webinale gleich mit zwei Keynotes. Die erste gehörte der Software AG. Björn Müller, Direktor UI-Technologien bei der Software AG, der über das Verhältnis von SOA (servicorientierten Architekturen) und Web 2.0 sprach. Es gehe darum, von den Mechanismen und Kommunikationsformen der Consumer-Welt zu lernen und diese für die Unternehmenswelt zu übernehmen. Während SOA in dem Ruf stehe, "schwergewichtig", bürokratisch und prozessorientiert zu sein, werde das Web 2.0 als "leichtgewichtig" wahrgenommen – wo bei SOA z.B. strenge Regeln herrschen (Governance), herrsche bei Web 2.0 fröhliche Regellosigkeit. Mashups beispielsweise böten auch für Unternehmen hervorragende Möglichkeiten, auf kostengünstige und flexible Weise Integrationen von Anwendungen zu realisieren.

Paramesh Vaidyanathan: Microsoft and the Future of the Web
Paramesh Vaidyanathan: Microsoft and the Future of the Web

Die zweite Keynote gehörte Microsoft. Paramesh Vaidyanathan, Director – Developer Tools, Microsoft India, hatte das erst Ende letzter Woche der Öffentlichkeit präsentierte PopFly mit im Gepäck. Mit dem Tool lassen sich Webseiten und Mashups erstellen und mit der Community teilen. Dazu bietet PopFly vorgefertigte so genannte Blocks, die man aus einer Liste auswählt und per Dag&Drop einfach in seinen Arbeitsbereich zieht. Mit ein paar Klicks kann man verschiedene Blocks miteinander verbinden. So erscheint, wenn man beispielsweise einem Block gesagt hat, dass er Bilder aus Flickr importieren soll, auf der Live-Space-Webseite des Users eine Foto-Sildeshow. Code braucht man dafür nicht schreiben. Wer seine gebastelten Mashups besonders nützlich findet, der kann sie zudem der Community zur Verfügung stellen. Und denjenigen, denen das Erstellen einer eigenen Webseite bisher zu aufwändig war, denen bietet Microsoft über Popfly einen PageEditor. Der verfügt über eine lange Liste vorgefertigter Designs, mit denen man seine eigene Seite einfach zusammenklicken kann.

Enterprise 2.0
Während es in Keynotes generell eher um einen Überblick geht, ging es in den Sessions ans Eingemachte. Matthew Langham berichtete in seinem Vortrag "Enterprise 2.0 – Web 2.0 hinter der Firewall" über die Einsatzmöglichkeiten von Web-2.0-Technologien im Unternehmen. Seine These ist, dass kein Unternehmen auf den Einsatz von Web-2.0-Technologien verzichten kann. Zum einen steigern sie sinnvoll eingesetzt die Effizienz, zum andern sind sie den Mitarbeitern längst vertraut. Entprise-Wikis erfüllen die Aufgabe des kollaborativen Erstellens von Wissenssammlungen wesentlich besser als eine unüberschaubare Menge von E-Mails. RSS-Feed beschleunigen die Informationsverteilung und Weblogs den öffentlichen Austausch von Erfahrungen. Gerade das wird zur Herausforderung für ein Unternehmen. Mitarbeiter bekommen durch Weblogs eine eigene Stimme im Unternehmen, dies kann die gesamte Unternehmenskultur verändern. Offenheit in der Kommunikation soll den Arbeitsprozess unterstützen, zugleich aber nicht für die Öffentlichkeit außerhalb des Unternehmens zugänglich sein. Daher muss bei der Einführung von Web-2.0-Technologien deren Eignung für den Einsatz im Unternehmen geprüft werden. Viele Hersteller bieten dazu spezielle Enterprise-Lösungen oder Lizenzmodelle an. Matthew Langham konnte zeigen, dass es viele sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für Web-2.0-Technologien in Unternehmen gibt und man nicht davor zurückschrecken sollte, diese auch zu nutzen.

Semantic Web
Benjamin Nowack stellte in seiner Session den Unterschied von Web 2.0 und dem Semantic Web vor. Nach seiner Ansicht handelt es sich beim Web 2.0 um einen Überbegriff für erfolgreiche Technologien, während das Semantic Web die ursprüngliche Version des Datennetzes sei. Findet man im Web 2.0 über Tags, Links und Suchbegriffe den Ort an dem die Informationen steht, z.B. eine Webseite, so sollen Semantic-Web-Technologien die Information selbst finden. Trotz des komplexen theoretischen Hintergrunds, konnte Benjamin Nowack, in sehr lebendiger und anschaulicher Weise verdeutlichen, wie durch semantische Analyse aus den einfach Daten des Web Informationen werden, die wiederum zu dem Wissen führen, das man finden wollte. Stark verkürzt, bot er die Definition an, dass das Web 2.0 auf dem Prinzip von Collaborate und Share aufgebaut ist, das sich als soziales Netz durch massives Mitwirken und Teilen bildet und Wichtigkeit von Information über Statistiken, z.B. Anzahl der Links, ermittelt. Das semantische Web hingegen folgt dem Prinzip von Describe und Connect, das sich als ein (selbstschreibende) Datenbank zeigt, die sich durch vereinfachte Wissensintegration auszeichnet. Das dies nicht mehr nur akademisches Gerede ist, sondern auch praktisch umgesetzt werden kann, zeigt das Starkt-up Projekt paggr von Benjamin Nowack anschaulich.

webinale open und Expo
webinale open und Expo

webinale open
Frank Puscher, Autor, Trainer und Consultant, hat die webinale open mit einem Vortrag zum Thema Usability & Personalisierung gerockt. Das Thema lockte mehr Zuhörer in das Auditorium als Stühle vorhanden waren. Puscher hat Möglichkeiten aufgezeigt, Siteinhalte an das Nutzerverhalten anzupassen und vor allem die Gefahren, die dabei entstehen können. Selbst vor den großen Anbietern im Netz wurde nicht zurückgeschreckt und deren Fehler schonungslos offen gelegt. Am Ende gab es dann für die Teilnehmer fünf goldene Regeln zur besseren Personalisierung. Wie man am besten personalisiert, können Sie auf webinale TV sehen. Die Session sowie ein Interview mit Frank Puscher gehen demnächst online.

Workshops
Vor dem Start der Hauptkonferenz lockte die webinale noch mit Workshops, unter anderem zum Thema AJAX und JavaScript, Web Apps und vor allem Security. Durch die deutlich erhöhte Interaktivität moderner Web-Anwendungen und insbesondere den intensiven Einsatz von JavaScript im Zeichen von AJAX hat das Thema Web-Security heute Hochkonjunktur. Allerdings, so zeigt sich immer wieder, werden die Sicherheitsrisiken, die durch Mashups, AJAX und interaktive Funktionalität entstehen, von vielen Entwicklern und Administratoren dramatisch unterschätzt. "Ein Großteil der Sicherheitsrisiken sind nicht im Netzwerk oder in der Serveradministration zu finden, sondern im Applikationscode", erläuterte Sebastian Wolfgarten, Security-Spezialist bei T-Mobile, in seinem ganztägigen Sicherheits-Workshop. Im Workshop "Security 2.0 – Hardening für AJAX-Applikationen" von Johann Hartmann standen die Bedrohungen durch Cross-Site-Scripting sowie konkrete Gegenmaßnahmen im Vordergrund.

webinale Party
webinale Party

webinale 2008
So bot die webinale ein Rundum-Sorglos-Paket, vom Konzept zur Website, über die perfekte Vermarktung bis hin zur Sicherheit. Web-Entwickler und -Designer, die die nächste webinale nicht verpassen möchten, sollten sich den 26. bis 28. Mai 2008 vormerken. Dann geht die webinale in die zweite Runde.

Sebastian Meyen, Felix Schrader, Mirko Schrempp

[fs]
http://webinale.de/






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