Sonntag, 12. Februar 2012 |
SAP hat überraschend den Kauf von Sybase bekannt gegeben. Ganze 5,8 Milliarden Euro will das Walldorfer Unternehmen dafür auf den Tisch legen, finanziert aus Eigenmitteln sowie einem dreijährigen Kredit über 2,75 Milliarden Euro. In seiner Pressemitteilung betont das Unternehmen vor allem die Möglichkeit, in den Markt für mobile Anwendungen einzusteigen.
Allerdings verfügt Sybase bekanntlich auch über eine etablierte Relationale Datenbank, die den Walldorfern helfen wird, sich aus der großen Abhängigkeit zum Erzrivalen Oracle bei den Datenspeichern zu befreien. Sybase soll als eigenständige Marke weiter geführt werden, heißt es.
Im vorbörslichen Handel ist der Milliarden-Deal offenbar nicht nur mit Euphorie aufgenommen worden - der Wert des SAP-Papiers verringerte sich um 1,6 Prozent nach Bekanntgabe der Investition (Stand: 13.5., 10 Uhr).
Das Sybase-Management wird weiter an Bord bleiben, so heißt es zum Beispiel, dass John Chen, CEO und President des kalifornischen Unternehmens, Mitglied des SAP Executive Boards werden wird.
Von Analysten wird die Übernahme überwiegend positiv begrüßt. So werden in Kommentaren etwa die guten Geschäfte von Sybase in der Finanzindustrie hervorgehoben, ein Zweig, in dem SAP bisher Schwächen gezeigt hat. Auch die Integration der Datenbank Adaptive Server Enterprise (ASE) in die eigene Produktlinie werde helfen, die Abhängig von Oracles Datenbank zu reduzieren, schreibt zum Beispiel Forrester. Mit der Mobile-Plattform von Sybase werde das Unternehmen außerdem in die Lage versetzt, mobile Anwendungen für verschiedene Endgeräte, wie z.B. Blackberry, iPhone, Android zu deployen. Gerade die Mobilisierung von Geschäftsanwendungen wird als erheblich wachsender Zukunftsmarkt gesehen.