Mit SQL Azure hat Microsoft seine kostenpflichtige Cloud-Datenbank Anfang 2010 in den produktiven Betrieb aufgenommen. Ein spezielles, weitestgehend kostenfreies Einführungsangebot soll die Entscheidung erleichtern, selbst einen Blick auf die Database as a Service zu werfen. "Weitestgehend" bedeutet in diesem Fall, dass eine Datenbank mit bis zu 10 GB und jeweils 500 MB aus- und eingehender Netzwerkverkehr (pro Monat) kostenfrei sind. Danach fallen Kosten nach dem SQL-Azure-Lizenzmodell an.
Anmelden, anlegen und los geht‘s
Für den ersten Schritt werden sowohl eine Windows-Live-ID als auch eine gültige Kreditkarte benötigt. Letztere ist auch bei dem kostenfreien Einführungsangebot Voraussetzung, wird aber erst dann belastet, wenn das Gratiskontingent ausgeschöpft ist. Auf der Azure-Produktseite kann das Windows Azure Platform Introductory Special gekauft werden. Nach Eingabe aller notwendigen Daten und dem Abschluss des Laufvorgangs können über eine Webanwendung alle notwendigen administrativen Schritte durchgeführt werden. Der Windows-Live-ID sind immer ein oder mehre Projekte zugeordnet, von denen eins ein SQL-Azure-Projekt ist. Nach der Auswahl des Projekts sind die folgenden drei Punkte besonders wichtig:
- Einen SQL Server erstellen oder löschen. Da es sich nicht um einen einzelnen physikalischen Server handelt, sondern einen Server in der Cloud, kann nur die grobe globale Region angegeben werden (South Central US, North Europe oder East Asia). Zusätzlich zu der Region werden der Name und das Kennwort für den Administrator festgelegt, damit können dann weitere Anmeldungen erzeugt und verwaltet werden.
- Eine Datenbank erstellen oder löschen: Auf diesem Weg können neue Datenbanken erstellt und nicht mehr gebrauchte gelöscht werden. Da es im Zweifelsfall kein Backup gibt, sollten Sie mit dem Löschen doppelt vorsichtig sein. Alternativ kann dies auch per T-SQL über CREATE DATABASE
; oder CREATE DATABASE(MAXSIZE = 10GB); geschehen. Der vollständige Name der Datenbank lautet später dann. database.windows.net. - Firewall-Einstellungen: Ihre Datenbank in der Cloud spricht nicht mit jedem. Aus diesem Grund kann über die Firewall-Einstellungen festgelegt werden, von welcher IP4-Adresse oder welchen Adressbereich Verbindungen angenommen werden dürfen.
Erster Kontakt
Ist die Datenbank erstellt worden, ist sicherlich der erste Zugriff von besonderem Interesse. Für diesen lässt sich wie gewohnt das SQL Server Management Studio (SSMS) verwenden. Wichtig vor der ersten Anmeldung ist, dass die eigene Internet-IP4-Adresse per Firewall-Regel zugelassen wird (dies geschieht über die webbasierte Verwaltung von SQL Azure oder per T-SQL, mehr Details finden Sie im Abschnitt "Sicherheit" des Artikels). Wichtig für die eigentliche Verbindung sind der vollständige Name der Datenbank sowie Name und Kennwort des Administrators, da nur SQL-Server-Authentifizierung erlaubt ist.
Über die einfache Abfrage SELECT @@VERSION; lässt sich leicht prüfen, ob eine Verbindung mit SQL Azure zu Stande gekommen ist. Die Ausgabe sollte wie folgt aussehen:
Microsoft SQL Azure (RTM) - 10.25.9200.0 Jan 22 2010 17:35:17 Copyright (c) 1988-2009 Microsoft Corporation
Die aktuelle Version von SQL Azure liegt mit V10.25 genau zwischen V10.0 (SQL Server 2008) und V10.50 (SQL Server 2008 R2).




